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Thomas Bollmann: Schwimmkurse für Flüchtlinge

62-Jähriger erschüttert vom Tod des Ertrunkenen Thomas Bollmann: Schwimmkurse für Flüchtlinge

Der tödliche Badeunfall eines 20-jährigen Schwarzafrikaners im Bernsteinsee (AZ berichtete) hat Thomas Bollmann erschüttert. Anlass für den 62-Jährigen aus Neudorf-Platendorf aktiv zu werden. Er möchte jetzt dazu beitragen, dass auch Flüchtlinge Schwimmen lernen.

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Engagiert: Thomas Bollmann macht sich stark für Schwimmkurse für Flüchtlinge.

Quelle: Hilke Kottlick

Gifhorn. Sein Plan: Er finanziert einen Besuch mit Asylbewerbern im Freibad. Dann hofft er, dass sich Sponsoren finden, die künftig Schwimmkurse finanzieren.

In seinem Engagement für Flüchtlinge sieht Thomas Bollmann aus Neudorf-Platendorf kein besonderes Ehrenamt – „für mich ist der Kontakt mit ihnen eine Win-Win-Situation“, sagt er. Die Kommunikation bereitet ihm Freude. So lernt er im Café Aller zwanglos arabisch. Aufgrund dieser Kontakte sei er auch gebeten worden, während der Trauerfeier für den jungen Flüchtling in Gifhorn, „ein paar Wort zu sagen“. Etwa 30 Schwarzafrikaner nahmen Bollmann zufolge daran ebenso teil wie ein islamischer Geistlicher und 40 Muslime, die später hinzu kamen. Dabei habe sich der Geistliche darüber ereifert, dass der Leichnam im Vorfeld feuerbestattet wurde. Was dabei offensichtlich in Gifhorn nicht bekannt war: Im Islam verbrennt man die Toten nicht weil das als zweiter Tod angesehen wird und deshalb als Mord gilt. Anlass offenbar für den Geistlichen laut Bollmann zu betonen: „Wir verzeihen, aber wir vergessen nicht.“ Daraufhin habe der Neudorf-Platendorfer versucht zu beschwichtigen und zu erklären, dass diese Feuerbestattung des 20-Jährigen offenbar „in Unkenntnis der Behörden geschehen ist“.

Damit so etwas nicht erneut passiert, und „damit kein Flüchtling mehr ertrinken muss“, plant Bollmann jetzt das Angebot eines Schwimmkurses. Der erste Schritt zu dem Projekt erfolgt im Flüchtlings-Café Aller in Gifhorn. „Die DLRG informiert dort ab 17 Uhr über Gefahren im und am Wasser“, informiert Bollmann. Er selbst möchte jetzt Asylbewerber zu einem Besuch ins Freibad einladen.

Im weiteren Verlauf hofft der 62-Jährige aus Neudorf-Platendorf darauf, dass sich vielleicht Sponsoren finden, die Schwimmkurse für Asylbewerber finanzieren. Der tödliche Badeunfall des 20-jährigen jungen Mannes von der Elfenbeinküste hat Bollmann zutiefst erschüttert. „Das darf nicht noch einmal vorkommen“, sagt er.

Von Hilke Kottlick

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