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Gifhorn Stadt Suchtberatung: „Nachfrage auf hohem Niveau“
Gifhorn Gifhorn Stadt Suchtberatung: „Nachfrage auf hohem Niveau“
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23:00 29.07.2013
Viele Klienten zu betreuen: Das Team der Suchtberatung in Gifhorn zog gestern Bilanz für 2012. Quelle: Photowerk (cc)
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Gifhorn

Alkohol bleibt die Droge Nummer eins. Immer mehr im Trend seien allerdings synthetische illegale Drogen. Zum Beispiel jene Mischungen aus dem Internet, für die es noch keine Verbote gibt. Und so bald sie verboten würden, gebe es schon das nächste legale „Rezept“, beklagt Kaufmann. „Die Justiz hinkt da hinterher.“ Laut Sozialarbeiterin Katrin Uzar waren 2012 drei Jugendliche im Alter von 15 bis 17 Jahren mit Vergiftungen durch vollsynthetische Cannabinoide im Klinikum.

Nicht mehr offline leben können: „Die Online-Sucht wird noch weiter zunehmen“, ist sich Kaufmann sicher. Das Problem: Im Gegensatz zur Spielsucht sei sie bei den Renten- und Krankenversicherungen noch nicht als Sucht anerkannt, eine Therapie werde deshalb nicht bezahlt.

Für Sozialarbeiter Peter Rücker ist das allerdings nur noch eine Frage der Zeit. Noch sei die Anzahl der Betroffenen nicht gravierend, sie steige aber. Die Gifhorner Suchtberatung habe 2012 knapp zehn Betroffene gehabt - meistens von den Angehörigen gemeldet.

  • Die Suchtberatung des Diakonischen Werks Wolfsburg ist in Gifhorn an der Bergstraße 35 und mit einer Außenstelle in Wittingen vertreten. Anmeldezeiten: Montag bis Donnerstag, 14 bis 16 Uhr, und Dienstag bis Freitag, 9 bis 12 Uhr.

Die Zahlen

136 Frauen und 308 Männer: 444 neue Klienten suchten 2012 die Suchtberatung in der Bergstraße 35 auf, 2011 waren es 413. Insgesamt gab‘s etwa 2700 Einzel- und Gruppengespräche. Ab Oktober kommt zum Termin donnerstags 15 bis 16 Uhr eine weitere Sprechstunde mittwochs von 10 bis 11 Uhr dazu.

An der ambulanten Rehabilitation nahmen 40 (2011: 37) Abhängigkeitskranke teil. Es gibt zwei Gruppen, Schwerpunkte sind Alkohol, aber auch Spielsucht und illegale Drogen.

66 drogenabhängige Menschen in Therapie mit Ersatzstoffen wurden 2012 psychosozial betreut, vier weniger als 2011. Es gab 531 Einzelgespräche. 47 Patienten werden schon seit mehr als fünf Jahren betreut. Der Landkreis Gifhorn hat den Etat um 20.000 Euro erhöht. „Wir könnten jetzt auf etwa 80 Patienten hochfahren“, freut sich Elisabeth Kaufmann.

187 Hausbesuche und 54 Außenkontakte sind die Bilanz 2012 für das ambulante Betreute Wohnen für Drogenabhängige.

Adäquat mit Alkohol umgehen: Mit dem Programm „Tom und Lisa“ tourte Sozialpädagogin Katrin Uzar 2012 durch zehn Schulklassen und erreichte 250 Schülerinnen und Schüler. Sie hatte auch Kontakt zu 15 Jugendlichen, die nach Komasaufen im Krankenhaus lagen. „Einlieferungen gibt es sicher deutlich mehr.“

rtm

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