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Substitutions-Ärztin: Strafanträge zwischen Freispruch und drei Jahre Haft

Prozess vor dem Braunschweiger Landgericht Substitutions-Ärztin: Strafanträge zwischen Freispruch und drei Jahre Haft

Die angeklagte frühere Substitutions-Ärztin aus dem Landkreis Gifhorn forderte vor dem Landgericht Braunschweig Freispruch.

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Plädoyers vor dem Landgericht Braunschweig: Zwischen Freispruch und drei Jahren Haft variierten die Strafanträge für die ehemalige Substitutions-Ärztin aus dem Landkreis Gifhorn.

Quelle: Foto: Kevin Nobs (Archiv)

Gifhorn. Drei Jahre Haft, fünf Jahre Berufsverbot, die Einziehung des Autos und einen dinglichen Arrest für 352.500 Euro zur Pfändung beantragte Staatsanwältin Ann-Kathrin Meyenburg, Verteidiger Michael Hoppe plädierte auf sechs Monate Haft mit zwei Jahren Bewährung.

Meyenburg baute ihr Plädoyer auf Abrechnungsbetrug und nicht gesetzeskonforme Abgabe von Opiaten mit krimineller Energie auf. Zwar habe die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) eine gewisse Mitverantwortung, da Kontrollmechanismen nicht funktionieren. Strafmildernd sei auch zu werten, dass die Ärztin teilweise geständig sei und bis zur Erschöpfungsgrenze gearbeitet habe. Aber „sie hat keine Einsicht in ihr fehlerhaftes Verhalten, hat ganz erhebliche Schäden für Ärzteschaft und Krankenkassen verursacht und Verantwortung auf andere abgeschoben“.

Das wertete Verteidiger Hoppe völlig anders. „Mit diesem Strafmaß wird eine Ärztin, die gegen Formalien verstoßen hat, gleichgesetzt mit Drogenhändlern.“ Er erinnerte an die Aussage des Gutachters Dr. Manfred Schwartau von der KVN, der festgestellt hatte, dass 100 Substitutionspatienten für einen Arzt eine Überforderung seien. „Wir haben hier eine engagierte, motivierte Ärztin. Um den Apparat überhaupt am Laufen zu halten, wurden formale Fehler begangen.“ So sei es auch verständlich, dass sich die Ärztin keiner Schuld bewusst sei. Der einzige Vorwurf, den er akzeptiere, sei der, dass die Ärztin Substitutionspatienten an Wochenenden doppelt abgerechnet habe. Deshalb plädierte Hoppe auf sechs Monate Haft zur Bewährung. „Mit diesem Vorwurf bin ich auch nicht einverstanden“, nutzte die Angeklagte das letzte Wort, um auf Freispruch zu plädieren.

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