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Gifhorn Stadt Feuerwehr wird immer mehr zur Unwetterwehr
Gifhorn Gifhorn Stadt Feuerwehr wird immer mehr zur Unwetterwehr
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12:59 11.03.2018
Hochwasser und Stürme: Die Freiwilligen Feuerwehren im Kreisgebiet haben immer mehr wetterbedingte Einsätze.  Quelle: Sebastian Preuß
Kreis Gifhorn

 Umgestürzte Bäume und Hochwasser statt Brände: Die Feuerwehren im Kreis Gifhorn haben es immer häufiger mit Unwetter-Einsätzen zu tun. Werden diese bald ihr Alltag sein?

Vor ein, zwei Jahrzehnten waren Flächen- und Waldbrände mit einem Anteil von 50 Prozent das Kerngeschäft, sagt Uwe Reuß, stellvertretender Stadtbrandmeister in Gifhorn. Heute sei etwa nur noch jeder zehnte Einsatz ein Brand. Inzwischen überwiegen ihm zufolge die technischen Hilfeleistungen: Bäume sägen, Hochwasser pumpen und Menschen aus Unfallwracks schneiden.

Unwetter werden häufiger kommen und schlimmer werden“, sagt Kreisbrandmeister Thomas Krok. Darauf müssen sich die Wehren einstellen, was sie auch längst täten. Praktisches Beispiel aus der Stadt: Die Wehren der Ortsteile brauchen laut Reuß mehr Kettensägen. Außerdem sollen allgemein weitere starke Pumpen angeschafft werden. „Wir entwickeln gerade ein Logistikkonzept.“ Es werde auch um eine Notstromversorgung für die Feuerwehrhäuser gehen.

Kreisweit spricht auch Krok von einem „Unwetterplan“, der gerade entsteht. In dem Zuge lobt er die Entscheidung des Landkreises Gifhorn, eine Sandsack-Füllmaschine anzuschaffen. Im Falle eines Hochwassers tausende Sandsäcke per Hand zu befüllen, sei ein mühsames und langwieriges Geschäft und binde zu viele freiwillige Helfer. Die Maschine mache 2000 Säcke in einer Stunde voll.

Großschadenslage: Beim Sturmtief Friederike entlasteten örtliche Leitstellen die zentrale Einsatzleitstelle. Quelle: Sebastian Preuß

Doch es geht nicht nur um die Ausrüstung. Auch in der alltäglichen Arbeit und Einsatztaktik müssen sich die Wehren umorganisieren. Beispiel Orkantief Friederike: Die Feuerwehren waren angesichts der Wettervorhersage vorab in Alarmbereitschaft und standen an den Feuerwehrhäusern schon parat, sagt Krok. Örtliche Leitstellen in den einzelnen Gebietseinheiten – sie entlasteten die zentrale Einsatzleitstelle im Gifhorner Heidland – haben sie dann jeweils zu den Einsatzorten geschickt.

Immer wichtiger werden Kettensägen

Gibt es künftig noch genug Leute bei einem Einsatz? Der Klimawandel fordert die freiwilligen Feuerwehren dabei gleich in doppelter Hinsicht.

Es gibt immer mehr Einsätze wegen Unwetterschäden, sagt Uwe Reuß, stellvertretender Stadtbrandmeister in Gifhorn. Das bedeutet nicht nur, dass die freiwilligen Helfer während der eigentlichen Einsatzzeit bei ihrem Job fehlen. Die Folgeerscheinungen werden ihm zufolge immer umfangreicher. Er macht das am Beispiel eines Werkzeugs deutlich, das mit dem Wandel hin zu mehr Unwettereinsätzen immer wichtiger wird: die Kettensäge.

Bislang war der Umgang mit diesem Gerät nebenbei im Grundlehrgang abgehandelt, bis vor kurzem auch bei einem Wochenend-Lehrgang mit mehreren Modulen beim Förster. Liegendes Holz schneiden, Bäume fällen, Holz unter Spannung schneiden: „Das ist nicht ganz ohne“, weiß Reuß um die Gefahren. Die Kettensäge an der falschen Stelle angesetzt, schon kann der zurück schlagende Stamm eine lebensbedrohende Gefahr für den Mann mit der Kettensäge werden.

Diskussion um Fehlzeiten im Job

Deshalb gebe es ab jetzt Lehrgänge über fünf Tage. „Es geht darum, Unfälle zu minimieren“, sagt Reuß.

Das bringe aber auch eine zeitliche Belastung für die Mitglieder und deren Arbeitgeber mit sich – und möglicherweise entsprechende Diskussionen um Fehlzeiten beim Job. Hier komme auch die Kommune ins Spiel, die für den Ausfall des Arbeitnehmers zahle.

Von Dirk Reitmeister

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