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Studenten finden bei Ausgrabungen Überreste der Burg: Pflaster, Balken, Keramik

Wahrenholz Studenten finden bei Ausgrabungen Überreste der Burg: Pflaster, Balken, Keramik

Wahrenholz . Blick in die Vergangenheit in Wahrenholz: Studenten der TU Braunschweig und der Uni Göttingen legen derzeit Überreste der Burg frei, die einst auf dem Wallgarten stand. Geleitet wird das Kooperationsprojekt von Dr. Christian Frey von der TU Braunschweig und von Dr. Felix Biermann von der Uni Göttingen.

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Ausgrabungen in Wahrenholz: Dr. Felix Biermann (v.r.) und Dr. Cristian Frey in dem freigelegten Graben der Burganlage.

Quelle: Nobbe

Bereits 2011 waren geophysikalische Messungen auf dem Wallgarten vorgenommen worden (AZ berichtete), die Planung zur Grabung begann 2012. Am Montag haben die Ausgrabungen begonnen, bis zum heutigen Freitag sind die 14 Archäologie- und Geschichtsstudenten sowie die beiden Dozenten damit beschäftigt.

Ein 40 Meter langer und zwei Meter breiter Graben wurde ausgehoben, an seiner tiefsten Stelle misst er mehr als anderthalb Meter. Er zieht sich durch die einstige gut 70 Meter im Durchmesser große Anlage, ein stichprobenartiger Einblick in die Geschichte der vor mehr als tausend Jahren erbauten Burg war also möglich.

Die Studenten legten bei den Grabungen nicht nur Überreste des Hofpflasters der Burg frei, sondern auch alte Eichenholzbalken, die dank des hohen Grundwasserspiegels gut erhalten geblieben sind. Auch einige Keramikscherben wurden gefunden. „Knochen sind wegen des kalkarmen Bodens nicht mehr vorhanden“, erklärte Dr. Felix Biermann.

Unterstützt wurde die Kooperation der Universitäten vom Landesamt für Denkmalpflege und der Kreisarchäologie Gifhorn. Auch zahlreiche Bewohner aus Wahrenholz schauten neugierig an der Grabungsstätte vorbei. „Wir erleben großes Interesse und Freundlichkeit seitens des Dorfes. Für mich als Wahrenholzer ist mit der Grabung ein Kindheitstraum in Erfüllung gegangen“, sagte Dr. Christian Frey.

dn

Ausgrabungen in Wahrenholz: Dr. Felix Biermann (v.r.) und Dr. Cristian Frey in dem freigelegten Graben der Burganlage.

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Glücksfall Burganlage: Neue Erkenntnisse

Wahrenholz. Ein Fenster zur Vergangenheit: Nicht alle, aber etliche Fakten zur Burg Wahrenholz sind den Forschern bekannt. Bei den Grabungen der TU Braunschweig und der Uni Göttingen im Wallgarten konnten diese Kenntnisse noch erweitert werden.

„Die Burganlage ist für die Forschung ein echter Glücksfall“, freute sich Dr. Christian Frey von der TU Braunschweig. Es existieren alte Dokumente, die Auskunft über die Burg Wahrenholz liefern. So kann beispielsweise rekonstruiert werden, dass die Anlage zwischen 993 und 997 errichten worden sein muss. Der Erbauer war Bischof Bernward von Hildesheim, der Besitz wurde 1013 durch eine Urkunde von Heinrich II. bestätigt. „Danach hören die schriftlichen Beweise leider auf“, sagte Frey.

In erster Linie diente die Burg zur Verteidigung gegen die slawischen Völker, die damals aggressiv gegen die in der Region angesiedelten Sachsen vorgingen. Während der warmen Jahreszeit war die Burg wegen ihrer Lage im Moorgebiet schwer anzugreifen, bei Frost im Winter hingegen gestaltete sich die Verteidigung der Anlage als komplizierter.

Gegen Mitte des elften Jahrhunderts wurde die Anlage aufgegeben, geschwärzte Eichenbalken weisen auf einen Brand hin. „Die Balken wurden damals mit dem Beil bearbeitet, was ein riesiger Aufwand gewesen sein muss“, sagt Dr. Felix Biermann von der Uni Göttingen. Bei den Überresten der Burgen sind fast immer Brandspuren sichtbar, da die Bauwerke feuergefährdet waren.

dn

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