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Spannende Funde von der Steinzeit bis ins Mittelalter

Wahrenholz Spannende Funde von der Steinzeit bis ins Mittelalter

Wahrenholz. Die Grabung an der ehemaligen Wahrenholzer Burg hat im August spannende Fundstücke ans Tageslicht befördert.

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Grabung an der Wahrenholzer Burg: Der Wahrenholzer Christian Frey (2.v.r.) und seine Mitstreiter haben spannende Entdeckungen auf dem Gelände der ehemaligen Wallburg gemacht.

Quelle: Nobbe

Mitte August wurde an der ehemaligen Burg bei einer Grabung (AZ berichtete) ein Zeitfenster geöffnet, um mehr über die vor rund 1000 Jahren an der Ise stehende Anlage zu erfahren. Zur Überraschung der Forscher reichte der Blick dann aber bis in die Steinzeit. Die Funde werden derzeit ausgewertet.

„Wir haben kleine Messerchen und Steine zur Werkzeugbearbeitung gefunden, die belegen, dass dieses Gebiet bereits vor 5000 Jahren von Menschen besucht wurde“, erzählt der Wahrenholzer Historiker Dr. Christian Frey, der die Grabung maßgeblich mit initiierte. Gefunden wurden außerdem wegen ihrer Oxidation noch nicht näher bestimmte Metallteile, altslawische und altsächsische Keramikscherben, ein 1000 Jahre altes Wellrandhufeisen - laut Frey ein mögliches Zeichen dafür, dass ein Teil der Burgbesatzung beritten war.

Die Funde werden derzeit an der Universität Göttingen - Dr. Felix Biermann und mehrere Studenten der Uni hatten bei der Grabung mitgewirkt - ausgewertet. „Sie werden gesäubert, fotografiert, katalogisiert“, so Frey.

Teile der Holzfunde vom ehemaligen Burgwall sind nach Berlin gekommen, werden dort auf ihr Alter untersucht. „Wir hoffen, anhand der Baumringe bestimmen zu können, wann die Bäume gefällt wurden. Dann wissen wir, wann genau die Burg gebaut wurde.“

Jetzt schon weiß man, dass die Burg wohl 50 bis 60 Jahre auf der Wiese, neben der heute die Wassermühle steht, gestanden hat, bevor sie wohl einem Brand zum Opfer fiel - darauf weisen Funde von Holzkohlestückchen hin. „Wir wissen, dass entsprechende sächsische Wallanlagen um die 25 Jahre alt wurden. Und wir haben Spuren von zwei Wallphasen gefunden“, erklärt Frey dazu.

Über die August-Grabung an der Burg ist buchstäblich Gras gewachsen. Das Loch wurde wieder zugeschüttet, man sieht kaum noch etwas von der Aktion. Doch wie geht es weiter mit der 1000 Jahre alten Keimzelle des Ortes? „Oberstes Ziel ist der Erhalt dieses Bodendenkmals. Die Burg lag 1000 Jahre unter der Erde, und da lag sie gut“, erklärt der Historiker Dr. Christian Frey. Der Luftabschluss habe die Relikte wie beispielsweise das Holz des Burgwalls erhalten. Dennoch gebe es da diesen Zwiespalt: „Ich möchte die Burg schützen, gleichzeitig auch möglichst viel über sie erfahren.“ Zu ihrem Schutz müsste sie vergraben bleiben, für ihre Erforschung freigelegt werden.

Jetzt sei zu überlegen, was mit Funden und Erkenntnissen und der Burganlage selbst passieren soll.

Die Funde werden derzeit ausgewertet. „Ich hoffe, sie verschwinden danach nicht in den Lagern“, so Frey. Das Gifhorner Museum sei sicher ein guter Ort, um sie aufzubewahren und zu zeigen. Er setzt da auf die beteiligten Institutionen, auf Kreisdenkmalpflege und Kreisarchäologie.

Und die Burg selbst? „Es wäre toll, wenn wir das Potential kulturell und touristisch nutzbar machen könnten.“ Mögliche Varianten – zum Beispiel eine Handy-App zur 3-D-Visualisierung oder gar ein Nachbau – seien eine Frage der Finanzierung.

Jetzt stehen auf jeden Fall erst einmal ein paar Aufsätze für Fachmagazine an, so Frey.

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