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Sicherheit für die Haut: Sonnenbrände vermeiden

Je massiver die UV-Einwirkung, desto wahrscheinlicher die Schädigung der Zellen Sicherheit für die Haut: Sonnenbrände vermeiden

„Der helle und der schwarze Hautkrebs nehmen exponentiell zu“, sagt der Hautarzt Dr. Reiner Staudt. Vor 25 Jahren habe es in seiner Praxis einen Fall von schwarzem Hautkrebs pro Monat gegeben: „Heute ist es einer pro Woche – weißer ein bis zwei jeden Tag.“ Sein Appell: Die Haut vor Sonne schützen.

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Experte: Hautarzt Dr. Reiner Staudt bei einem Hautscreening

Quelle: Foto: Cagla Canidar

Gifhorn. Die Einwirkung von UV-Strahlung gilt als hauptsächliche Ursache für die Entstehung von Hautkrebs. Der ungebremste Anstieg der Erkrankungen seien „negative Zinsen auf dem UV-Konto der Haut“, auf das man ein Leben lang einzahle. „Die Haut vergisst nichts“, so Staudt, der die „exzessive Nutzung von Sonnenstudios“ in den 1980er- und 1990er-Jahren sowie verändertes Freizeitverhalten mit vermehrtem „Urlaub im Süden“ ebenso zu den hohen Bareinzahlungen zählt wie Sonnenbrände überhaupt. Die sollte man unter allen Umständen vermeiden, denn: Je massiver die UV-Einwirkung, umso wahrscheinlicher sei die Schädigung der Chromosomen in den Hautzellen, die eine „Entartung der Pigmentzellen“ – schwarzen Hautkrebs – zur Folge haben könne.

Auch beim Arzt selbst wurden Vorstufen von hellem Hautkrebs als Folgen von zu viel UV entfernt.

Auch ohne durch Fahrlässigkeit erfolgte „übertriebene UV-Einwirkung“ steige mit zunehmendem Alter das Risiko einer Erkrankung: „Die Fähigkeit der Haut, sich selbst zu reparieren, lässt nach“, erklärt Staudt. Um dem „wunderbaren DNA-Reparatur-Mechanismus“ – der kurzfristig quasi über Nacht funktioniert, aber auch als „Spätreparatur während der Winterzeit – grundsätzlich nicht in die Parade zu fahren, sei es wichtig, „die Haut im Winter in Ruhe zu lassen“ – sprich die Sommerbräune nicht im Winter durch Besuche im Sonnenstudio erhalten zu wollen. Staudt weiß, wovon er spricht, auch aus eigener Erfahrung: Auch bei ihm wurden Vorstufen von hellem Hautkrebs, so genannte aktinische Keratosen, als Folgen von zu viel UV in früheren Jahren entfernt: „Rechtzeitig erkannt und behandelt ist hier die Heilungsrate sehr hoch.“ Früh genug erkannt, ist auch der schwarze Hautkrebs heilbar. Schwierig wird die Behandlung, wenn er in tiefe Hautschichten eingedrungen und es bereits zur Metastasierung gekommen ist.

Bei 80 Prozent der Hautkrebs-Befunde handele es sich um „Basalzellkarzinome“, eine Form des hellen, gut heilbaren Hautkrebses. Aber auch dieser, etwa in Form der aktinischen Keratosen oder „Sonnenkrusten“, könne eine Vorform der bösartigen Form, dem Plattenepithelkarzinom, darstellen. Staudts zweiter Appell lautet daher: „Zur Hautkrebsvorsorge gehen, die Krankenkasse übernimmt die Kosten.“ Egal ob beim Haut- oder dahin gehend geschulte Hausarzt. Außerdem sollte man selbst darauf achten, ob Hautflecken sich verändern, bluten oder weh tun. Und überhaupt: „Ein brauner Teint verschwindet wieder“, meint Staudt. Bleibende Folgen vermehrter Sonneneinwirkung seien hingegen schnellere Hautalterung, Flecken, Runzeln und Falten. Und der Doktor stellt auch fest, dass das „Bewusstsein im Umgang mit Sonne“ sich mittlerweile verändert habe: „Die Leute sind vorsichtiger geworden.“ Vielleicht sind also die Anzahl von Hautkrebs-Fällen in 25 Jahren wieder auf dem Stand von 1992.

Von Jörg Rohlfs

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