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Sexueller Missbrauch: Um Klarheit wird gerungen

Gifhorn / Hildesheim Sexueller Missbrauch: Um Klarheit wird gerungen

Hildesheim. Schon fast 17 Jahre liegen die Vorfälle zurück, die den 57-Jährigen aus Winsen vor das Landgericht Hildesheim brachten. Die Tochter seiner ehemaligen Lebensgefährtin aus dem Kreis Gifhorn hat ihn erst jetzt wegen sexuellen Missbrauchs angezeigt.

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Erster Verhandlungstag: Vor dem Landgericht Hildesheim läuft seit gestern eine Verhandlung wegen sexuellem Missbrauch.

Quelle: Archiv

Laut Anklage soll sich der Mann in den Jahren 1999 und 2000 an dem damaligen neunjährigen Mädchen vergriffen haben. Nach Aussagen der heute 25-Jährigen habe sie und ihre heute 22 und 27 Jahre alten Schwestern in regelmäßigen Abständen in der Wohnung des Mannes übernachtet. Ihre Mutter war zu diesem Zeitpunkt bereits schwer krank und froh, wenn er die Kinder mit in seine Wohnung nahm.

„Er war beliebt bei uns, er hatte Videospiele und Gameboys“, sagte die 25-Jährige als Zeugin aus. Zweimal soll es bei Übernachtungen zu Übergriffen gekommen sein. Das Kind vertraute sich zwar der Mutter an, sie aber hatte Zweifel. „Vielleicht war es auch Angst, ihn zu verlieren“, sagte die Mutter heute.

Erst nach vielen Essstörungen mit Klinikaufenthalten fand die junge Frau den Mut, den Mann anzuzeigen. In den Übergriffen sieht sie den Grund für ihre psychischen Probleme.

An viele Details kann sich die junge Frau nicht mehr erinnern - zeitlich kann sie die Ereignisse auch nur vage einordnen. Klar vor Augen sind ihr aber die mit Rotwein gefüllten Gläser, die der Mann wohl den Kindern zu Trinken gab. „Wir sollten dadurch besser einschlafen können“, sagte die 25-Jährige aus.

Die Verteidigerin des Mannes nahm ihr Fragerecht an die Zeugin so intensiv in Anspruch, dass dreimal der Staatsanwalt Oliver Paul in die Befragung eingriff. Kurz wurde überlegt, die Öffentlichkeit auszuschließen, da die Fragen zu intim wurden.

Die Verteidigung erkannte Widersprüche in den Zeugenaussagen der Frau und stellte deren Glaubhaftigkeit in Frage. Am kommenden Montag werden zur Wahrheitsfindung weitere Zeugen und ein Gutachten gehört.

ree

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