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Sexuelle Gewalt: Beratung für Schwangere

Gifhorner Arbeiterwohlfahrt Sexuelle Gewalt: Beratung für Schwangere

Die Zahlen sind erschreckend:Jede siebte Frau über 16 Jahren wurde missbraucht – und unter den Frauen, die die Beratung der Gifhorner Arbeiterwohlfahrt aufsuchen, sind auch immer mehr Schwangere. Die Awo will das Tabu-Thema aus dem Dunkeln holen und macht auf ein neues Beratungsangebot aufmerksam.

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Beratungsangebot bei der Gifhorner Awo: Gespräche über den Zusammenhang zwischen einem erlittenen Trauma und einer bevorstehenden Geburt können die Betroffenen entlasten.

Quelle: Sebastian Preuß

Gifhorn. Die Zahlen sind erschreckend: Jede siebte Frau über 16 Jahre hat Missbrauch erfahren. 40 Beratungen gegen sexuelle Gewalt gibt’s jährlich bei Gifhorns Arbeiterwohlfahrt (Awo) – darunter immer mehr Schwangere, die als Kind oder Jugendliche Übergriffe erlebt haben. „Wir wollen dieses Tabu-Thema aus dem Dunkeln heraus holen“, wirbt Awo-Chef Carsten Bromann für ein Beratungsangebot.

„Für Frauen, die Opfer sexueller Gewalt geworden sind, stellen Schwangerschaft und Geburt oftmals eine besonders große Herausforderung dar“, sagt Diplom-Pädagogin Petra Blandow, die seit 22 Jahren Awo-Beraterin ist. „Untersuchungen beim Frauenarzt, Berührungen und medizinische Geräte – als Blitzlichter kommen in der Schwangerschaft plötzlich schlimme Erinnerungen wieder hoch“, berichtet die Blandow, die die traumasensible Schwangerschaftsberatung für Betroffene kostenlos anbietet.

Die Geburt könne dann zudem Ohnmacht, Hilflosigkeit sowie Schmerzen und Todesangst – aus der sexuellen Missbrauchssituation – wiederbeleben, erläutert die Fachfrau. „Es gibt auch Geburten aus Vergewaltigungen“, weiß Blandow aus langjähriger Praxis. „Die Bindungsentwicklung zum Kind ist gefährdet“, verweist die Diplom-Pädagogin darauf, dass für missbrauchte Frauen selbst das Stillen häufig nicht möglich ist.

Gespräche über den Zusammenhang zwischen einem erlittenen Trauma und der bevorstehenden Geburt wirkten für die Betroffenen entlastend, so Blandow, die mit verschiedenen Methoden Missbrauchsopfer stabilisiert. „Die Beratung findet in vertrauensvoller Atmosphäre statt – ich unterliege der Schweigepflicht“, macht Blandow betroffenen Schwangeren Mut, das Beratungsangebot zu nutzen.

Termine können im Sekretariat des Awo-Beratungszentrums, Oldaustraße 32, montags, mittwochs und freitags von acht bis 12 Uhr sowie dienstags von 8.30 Uhr bis elf Uhr verabredet werden. Auch eine telefonische Kontaktaufnahme – auch anonym – ist unter Tel. 05371-724741 möglich. Per Mail ist Gifhorns Awo-Beratungszentrum unter beratungszentrum-gf@awo-bs.de erreichbar.

Von Uwe Stadtlich

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