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Gifhorn Stadt Selbstverteidigung stärkt die eigene Sicherheit
Gifhorn Gifhorn Stadt Selbstverteidigung stärkt die eigene Sicherheit
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14:00 23.11.2017
Das will gelernt sein: Selbstverteidigung stärkt bei Kindern Selbstsicherheit. Quelle: Jörg Rohlfs
Gifhorn

„Ich möchte nicht, dass mein Kind in die Opferrolle gerät“, sagt Lena Gümüs-Marold, TA-Wing-Tsun-Trainerin und Mutter. In Zeiten stetig wachsender Aggressionsbereitschaft sei es wichtig, für die eigene Sicherheit und die anderer Sorge tragen zu können. Die Kunst der Selbstverteidigung sei dazu ein geeignetes Mittel.

Wie bei allen Kung-Fu-Techniken so sei auch beim Traditionell Authentischen (TA) Wing Tsun der Weg das Ziel und der Weg ein harter, geprägt durch Disziplin und endlose, „anfangs stupide“, später immer verfeinerte Wiederholungen von Bewegungsabläufen, die darauf abzielen, dass man bei einem körperlichen Angriff „nicht mehr nachdenkt, sondern automatisch handelt“.

Es gehe nicht darum, „loszuprügeln, sondern sich wehren und andere aufhalten zu können“, so die 38-Jährige, die in Gifhorn unterrichtet. Sicheres Auftreten, Selbstbewusstsein und schließlich auch Zivilcourage seien die Ergebnisse des Trainings, das auf Reflexe, Kraft und Ausdauer abziele und das schnelle Einnehmen besagter Opferrolle verhindern soll: „Es gibt natürlich keine Garantie, aber es ist besser, als nichts zu machen.“

TA Wing Tsun beispielsweise sei „für jeden geeignet ab einem Alter von vier Jahren“. Was die Bildung des eigenen Selbst betrifft, könne Selbstverteidigung sowohl Kindern helfen, die aggressiv auftreten als auch jenen, die sich allzu zurückgezogen verhielten.

Dass Wing Tsun eine Verteidigungskunst für (vermeintlich) „Schwache“ ist, legt irgendwie schon der Name nahe, der aus dem Chinesischen übersetzt „Schöner Frühling“ bedeute und der Legende nach der Name einer der ersten Kämpferinnen dieses Stils war, die sich im China des 17. Jahrhunderts damit erfolgreich gegen einen allzu aufdringlichen Verehrer zur Wehr setzte – nach drei Jahren Unterricht bei der Shaolin-Nonne Ng Mui.

Am Anfang wird auch Yim Wing Tsun mit Gleichgewichts- und Standübungen begonnen haben, um den eigenen Körper kennen und beherrschen zu lernen, immer und immer wieder die gleichen, groben Grundformen geübt haben, bevor Ng Mui sie dann in immer verfeinerte Abläufe einwies, die ihr irgendwann in Fleisch und Blut übergingen, auch ihr Geist beherrschbar wurde, ihre Wahrnehmung hochsensibel und sie gelernt hatte, ihren „Körper als Waffe einzusetzen und Angriffe abzuleiten, wie Wasser es tut“, erklärt Lena Gümüs-Marold abschließend.

Von Jörg Rohlfs

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