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Selbst Raupen-Mähdrescher bleiben stecken

Nasse Getreideäcker, verfaulte Kartoffeln Selbst Raupen-Mähdrescher bleiben stecken

Das wechselhafte und oftmals nasse Sommerwetter nimmt kein Ende. Verzweifelt versuchen Landwirte im Kreis Gifhorn, immer noch stehendes Getreide einzufahren. Dabei setzen sie inzwischen vermehrt auf teure Spezialfahrzeuge, etwa Raupen-Mähdrescher, um auf den nassen Feldern voranzukommen. Doch selbst die fahren sich fest.

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Nasse Äcker: In ihrer Verzweiflung setzen immer mehr Landwirte bei der Getreideernte Raupen-Mähdrescher ein, für viele Kartoffeln kommt jedoch jede Hilfe zu spät.

Quelle: Sebastian Preuß Archiv

Kreis Gifhorn. Bei der Landwirtschaftlichen Betriebsgemeinschaft Ise war in diesem Jahr ein neuer Mähdrescher fällig. Statt eines herkömmlichen hat der Zusammenschluss von sieben Landwirten aus dem Nordkreis sich für ein Modell mit Ketten statt Reifen entschieden. „Das war für dieses Jahr schonmal gar nicht so schlecht“, sagt Bernd Meyer aus Repke, dessen Familie Mitglied der Gemeinschaft ist. Und dennoch: Selbst der Raupen-Mähdrescher sei zweimal stecken geblieben, staunt der 68-jährige Landwirt. Ein Sommer wie kein anderer: „Dass sich Mähdrescher festfahren, habe ich noch nie erlebt.“

Über etwa acht oder neun Raupen-Mähdrescher verfügt der Maschinenring Gifhorn. Lohnunternehmen, mit denen er zusammen arbeite, hätten diese teuren Spezialfahrzeuge. „Das sind eben keine Standard-Maschinen“, sagt Geschäftsführer Ulrich Schulze. Und sie seien nicht nur im Kreis Gifhorn, sondern überregional von Celle bis Helmstedt im Einsatz. En Masse gebe es sie nicht, denn: „Alle paar Jahre ist es auf den Grünland-Standorten zu nass. Dafür kauft man sich keine solche Maschine.“ Zurzeit jedoch seien die gut gefragt. Aber kein Allheilmittel auf nassem Boden: „Auch damit fährt man sich fest. Dieses Jahr ist es ganz schlimm.“

Von Ende Mai bis Anfang dieser Woche hat die Landwirtschaftskammer 343,9 Liter Niederschläge pro Quadratmeter gemessen. Die bislang nasseste Woche des Sommers war die vom 25. bis 31. Juli mit 62 Litern, allein am 25. Juli fielen 59 Liter. Klaus-Dieter Böse vom Kreislandvolk hat das Getreide, das jetzt noch steht, fast abgeschrieben. Vielleicht tauge es noch als Futtergetreide oder „zum Verstromen“ in Biogasanlagen. Noch schlimmer stehe es um Kartoffeln. „Da hilft gar nichts mehr, die verfaulen.“

Von Dirk Reitmeister

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