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Schutz gegen Grippe und Co

Sicherheitswochen: Schutzimpfung Schutz gegen Grippe und Co

Sicher ist sicher – oder ist sicher, dass nichts sicher ist? Beim Thema Impfen gibt’s für den Leiter des Gesundheitsamtes des Landkreises Gifhorn, Josef Kraft, kein Vertun: „Ich plädiere in jedem Fall dafür.“ Eine Absage erteilt er aber einer Impfpflicht.

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Schutz gegen Grippe und Co.: Dr. Joseph Kraft. Leiter des Gifhorner Gesundheitsamtes, empfiehlt eine Impfung gegen Krankheiten, ist aber gegen eine Pflicht.
 

Quelle: Fotos: Jörg Rohlfs/DPA

Gifhorn.  Kraft kennt diese aus seiner Zeit als Arzt in der Sowjetunion: „Es gab Sanktionen für Ärzte und ihre Patienten bei Nichtteilnahme. Kontra-Indikationen mussten belegt werden.“ Eindeutig besser sei es, wenn Menschen sich freiwillig fürs Impfen entscheiden würden. Zu dem Argument von Impfgegnern, es sei gut, wenn der Körper Krankheiten durchmache, fragt Kraft, welchen Sinn es mache „tagelang flach zu liegen und dabei mögliche, auch schwere Komplikationen in Kauf zu nehmen“. Impfgegnern – ein bis drei Prozent der Bevölkerung – die meinten, sie würde es schon nicht erwischen, hält der Fachmann entgegen, dass „die Erreger nun mal in der Natur vorhanden sind“. Deshalb seien, „wenn alle so denken würden“, Krankheiten – unter Umständen auch mit epidemischen Ausmaßen – Tür und Tor geöffnet.

Man müsse vielmehr „tun, was man tun kann“. Insbesondere bei den so genannten Kinderkrankheiten: Masern – die tödlich verlaufen können – Mumps, Röteln und Windpocken, gegen die allesamt nach zwei Impfungen eine komplette Immunisierung der Patienten vorliege. Deshalb appelliert Kraft an die „Verantwortung der Eltern“. Impfungen gegen Kinderlähmung, Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten und Hepatitis-B müssten immer mal wieder aufgefrischt werden, wenn man vor Ansteckung sicher sein wolle.

Der Leiter des Gesundheitsamtes kann, was die Statistik betrifft, derzeit Gutes berichten: „Die Impfbereitschaft ist sehr hoch in Deutschland.“ Auch Niedersachsen sei sehr gut „durchgeimpft“ und im Landkreis Gifhorn sei die Rate „in allen Bereichen gut“. Zumindest wisse man dies bei den Jugendlichen, weil in den Klassenstufen vier, sechs und neun der Impfstatus überprüft werde: „Bei den Erwachsenen sieht’s schlechter aus, was die statistischen Zahlen angeht“, so Kraft, der deswegen auch allen Erwachsenen rät, ihren Impfstatus vom Hausarzt überprüfen und gegebenenfalls auf den neuesten Stand bringen zu lassen.

Kraft rät ebenso zur Grippeimpfung. Die sollte jetzt im Herbst erfolgen. Nur wer akut krank sei oder bekanntermaßen unter einer Unverträglichkeit gegenüber dem Impfstoff leide, sollte darauf verzichten. Besonders Personen in Pflegeberufen und Über-60-Jährige sollten sich gegen Grippe impfen lassen. Welche Erreger bis spätestens Januar oder Februar aller Wahrscheinlichkeit nach wieder durchs Land ziehen, hätten Mathematiker mittels spezieller Programme bereits errechnet und Firmen entsprechende Impfstoffe produziert. Neu in diesem Jahr sei der „tetravalente“ Impfstoff, der gegen gleich vier unterschiedliche Erreger-Typen immunisiere.

Josef Kraft wirbt auch mit historischen Fakten fürs Impfen. Heute seien die Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs die häufigsten Todesursachen: „Noch vor hundert Jahren waren es Infektionskrankheiten.“ Die Entwicklung und Verbreitung von Impfstoffen habe mit dafür gesorgt. Auf diese Weise seien auch Krankheiten ausgemerzt worden: „Seit 1976 gibt es keine Pocken mehr und es wird auch nicht mehr dagegen geimpft.“

Von Jörg Rohlfs

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