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Schulen in Gifhorn leiden unter respektlosen Eltern

Trauriger Trend Schulen in Gifhorn leiden unter respektlosen Eltern

Gifhorn. Immer mehr Beschuldigungen und Beleidigungen: 57 Prozent der Lehrer in Deutschland beklagen einer Forsa-Umfrage zufolge Respektlosigkeit von Eltern. Auch Gifhorner Pädagogen kennen das aus ihrem Alltag.

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Zunehmend auch im kritischen Blick der Eltern: Schulvertreter im Kreis Gifhorn sehen sich vermehrt respektlosen Attacken von Müttern und Vätern ausgesetzt.

Quelle: Archiv

Auf die Mehrzahl „ihrer“ Eltern lässt Dörte Gollin nichts kommen. Dennoch stellt die Rektorin auch an der Gebrüder-Grimm-Grundschule in Gifhorn einen unschönen Trend fest. Vorwürfe wie „Die Lehrer arbeiten nicht genug“ und verbale Beschimpfungen nehmen ihrem Eindruck nach zu. Ebenso Anrufe am Wochenende. „Auch mit Schimpfwörtern.“

Es habe bereits nach Gerhard Schröders „faule Säcke“-Schelte eine Welle von Respektlosigkeit gegeben, zurzeit sei es wieder verstärkt im Kommen. Auch Sekretärinnen und Hausmeister bekommen es ab.

Wenn Lehrer mit Eltern Probleme besprechen, gehe es nicht darum, das Kind schlecht zu reden, sondern darum, gemeinsam erzieherisch positiv auf das Kind einzuwirken, sagt Gollin. Manche Eltern nähmen es jedoch persönlich.

„Man kann es nicht pauschalisieren, ich habe ganz viele tolle Eltern“, sagt Oliver Buchleither von der Albert-Schweitzer-Grundschule. Aber auch er merkt, dass die Arbeit nicht leichter wird. Die Ursachen? „Das ist ein ganz, ganz weites Feld.“

Wie Buchleither sieht auch Mario Toborg, Kreissprecher der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), einen Wandel bei den Lebensbedingungen als einen Faktor. Der Konkurrenzdruck in der Leistungsgesellschaft führe dazu, dass die Eltern ihre Kinder partout auf dem Gymnasium sehen wollten. „Andere überholen wollen. Neid. Mein Kind soll es schaffen“, so Toborg. Passe die Empfehlung der Lehrer nicht in den Kram, werde deren Kompetenz angezweifelt. Und das in einem entsprechenden Tonfall.

Gollin sieht die „allgemeine Respektlosigkeit“ als eine Ursache, spricht aber auch eine andere Entwicklung an: „Eltern sehen sich als beste Freunde ihrer Kinder.“ Die Rektorin wünschte sich, dass sich Eltern wieder mehr in der Erziehungsverantwortung sehen würden. Stattdessen tragen Eltern laut Toborg Konsequenzen, die in der Schule auf Fehlverhalten folgten, einfach nicht mit. „Es liegt ja nicht am eigenen Kind, sondern immer an den anderen.“

rtm

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