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Schiedsmann appelliert: Mit den Nachbarn reden!

Meinersen Schiedsmann appelliert: Mit den Nachbarn reden!

Meinersen. Beleidigung, üble Nachrede, Verletzung des Briefgeheimnisses, überhängende Zweige am Zaun: Viele Anlässe gibt es für Nachbarschaftsstreitigkeiten. Günter Richter kann davon viel erzählen. Der Müdener agierte zehn Jahre lang als Schiedsmann. Gestern wurde er von Samtgemeindebürgermeister Heinrich Wrede mit Blumen und Präsenten verabschiedet.

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Abschied und Neustart: Günter Richter (l.) übergab das Ruder des Schiedsmanns für Meinersen und Müden an Rainer Tietje.

Quelle: Hilke Kottlick

„Zehn bis zwölf Fälle hatte ich pro Jahr, in letzter Zeit etwas weniger“, blickt der 71-Jährige auf seine Ehrenamt zurück. Ein Schiedsmann habe zu vermitteln, „damit aus zerstrittenen Nachbarn wieder Freunde werden“, sagt Richter. Das allerdings habe nicht immer funktioniert, denkt er auch an Fälle zurück, bei denen er nicht schlichten konnte. Fazit für die zerstrittenen Parteien sei dann laut Wrede der Gang vor den Kadi.

Zuständig für den Schiedsamtsbereiche Meinersen und Müden habe der Ex-Polizist zumeist das Trauzimmer im Meinerser Rathaus für die Schlichtungsgespräche genutzt. Auffällig dabei sei in jüngster Zeit gewesen, dass jüngere Streithähne häufig über das Internet gut auf die Gespräche vorbereitet, sehr belesen, und zumeist auch mit Fotos gut bestückt seien.

Seine Aufgabe als Schiedsmann sei es stets gewesen, „den Graben, der geschaufelt wurde, wieder mit einem Brückenbau zu verschließen“, malt Richter ein treffendes Bild. Damit es soweit aber gar nicht erst kommt, appelliert er an die Einwohner in Müden und Meinersen, bei geplanten Veränderungen am Grundstück die Initiative zu ergreifen, „beim Nachbarn anzuklopfen und darüber zu reden“.

Zum Abschied überreichte der scheidende Schiedsmann Günter Richter seinem Nachfolger Rainer Tietje aus Ahnsen Unterlagen und eine Schatulle - sie enthalte das Dienst-Siegel und eine Karte von der Samtgemeinde Meinersen als „Orientierungs-Plan“.

hik

 

Fall gelöst: „Ich habe Pony gekauft“

  Bei den einführenden Gesprächen in das Schiedsamt habe ihm der Amtsrichter geraten, vor allem „immer gut zuzuhören“, sagt Rainer Tietje, neuer Schiedsmann für Meinersen und Müden und damit Nachfolger von Günter Richter.

Obwohl vorige Woche noch gar nicht im Amt, „habe ich bereits einen Fall geklärt“, schmunzelt der Ahnser. Ein Einwohner habe ihn um Hilfe gebeten, da er doch der neue Schiedsmann sei. Ein Pony auf einer Weide habe laut gelärmt und die Anlieger genervt. Tietjes Lösung des Problems: „Ich habe das Pony gekauft.“

Er freue sich auf die neue Aufgabe als Schiedsmann, versichert der Ahnser und er betont, jeder habe seinen eigenen Stil. Man müsse im Gespräch gut zuhören und moderieren und „eigene Vorschläge so einfließen lassen, dass der andere glaubt, es wären seine eigenen“, blickt er auf langjährige Erfahrungen im Beruf zurück und dabei zuversichtlich nach vorn.

Als Ruheständler fehle ihm der Umgang mit Leuten ebenso wie „der Karneval“, sagt er und nennt private Pläne: Falls es mit dem „SV Helau nicht mehr läuft“, denke er daran, mit ein paar Mitstreitern – vielleicht vom Elferrat – ein Meinerser Theater zu gründen. Tietjes Vorbild dafür: „das Spargel-Theater in Walle.“

hik

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