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Gifhorn Stadt Schärfewettkampf: „Toll, wenn man überlebt“
Gifhorn Gifhorn Stadt Schärfewettkampf: „Toll, wenn man überlebt“
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22:45 31.08.2011
Training für den Curry-Cup: Wo Durchschnittsesser längst einen Schweißausbruch bekommen, geht für die Teilnehmer des Schärfewettessens das Aufwärmen erst los. Quelle: Nowak
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Die Henkersmahlzeit mit 7,1 Millionen Scoville hat Michael Mauritz (25) aus Leiferde bereits gepackt. Weil es auf der Speisekarte der Vollbütteler Currybutze kein schärferes Gericht gibt, hat er selbst eine Sauce mitgebracht. „Frei verkäuflich?“, fragt Küchenchef Pawel Wasilewski (30). „Dann kann das ja nichts vernünftiges sein.“ Auch Mitbewerber Enrico Zimmermann (42) aus Abbesbüttel lächelt nur müde: „Das kitzelt ein bisschen auf der Zunge. Das ess‘ ich zum Frühstück.“

Durchschnittsesser hätten wohl längst einen Schweißausbruch erlitten – für die Teilnehmer des Wettessens ist es Aufwärmen. Schärfere Saucen machen sich da schon eher bemerkbar: „Die Lippen brennen, der Gaumen brennt, die Zunge brennt, der Rachen brennt“, berichtet Frank Seyen (37) aus Didderse. „Sogar einen Tag später brennt noch alles – aber es ist geil!“

Was an einem brennenden Rachen so toll sein soll, sei dahingestellt. Fakt ist jedoch, dass das Essen der scharfen Saucen zu Herzrasen, Atemnot und im schlimmsten Fall zur Bewusstlosigkeit führen kann. Fragt sich also, wieso sich die Männer das antun? „Es gibt einen ungeheuren Endorphin-Ausstoß“, erklärt Zimmermann. „Und es ist allemal besser als jede Droge.“

Deshalb haben sich nach anfänglicher Skepsis auch Kevin Germin (22) und Willi Schmidt (23) aus Wahrenholz angemeldet: „Wir haben‘s probiert und sind begeistert – ein tolles Gefühl, wenn man überlebt hat.“

Das Schärfewettessen in der Vollbütteler Currybutze ist erst der Anfang: „Die ersten Fünf kommen weiter und vertreten uns und unser Bundesland beim Curry-Cup 2011 in Hamburg“, freuen sich Pawel Wasilewski (30) und Christina Reurts (22) schon jetzt auf einen spannenden Wettkampf.

Los geht‘s am Samstag, 3. September, um 15 Uhr auf der Wiese neben der Currybutze an der Vollbütteler Ortsdurchfahrt. 15 Teilnehmer haben sich bereits angemeldet, Kurzentschlossene sollten am Samstag spätestens um 14 Uhr vor Ort sein und 20 Euro Startgeld mitbringen. Zuschauer sind ebenfalls willkommen. Und: „Es haben sich sogar schon zwei Radiosender angekündigt, die über unser Schärfewettessen berichten wollen“, verrät Wasilewski.

Dem schärfsten Esser winkt ein 200-Euro-Einkaufsgutschein für einen Elektronikmarkt. Zudem gibt‘s ein Fahrsicherheitstraining, einen Eselritt, Friseurgutscheine und noch vieles mehr zu gewinnen. Doch was machen Wasilewski und Reurts, wenn mehrere Teilnehmer die schärfste Currywurst runterkriegen? „Dann geht es danach, wer in der Zwischenzeit am wenigsten Kakao zum Nachspülen gebraucht hat“, erklären sie.

Und weil der Wettstreit nicht ungefährlich ist, wird auch ein Rettungswagen vor Ort sein – die Sanitäter achten darauf, dass sich die Teilnehmer nicht übernehmen.

Wer in der Vollbütteler Currybutze eine Currywurst bestellt, muss zwischen verschiedenen Schärfegraden wählen. Geordnet ist die Speisekarte nach der Scoville-Skala. Die Maßeinheit gibt an, wie viele Tropfen Wasser nötig sind, um einen Tropfen der Sauce zu neutralisieren.

Eine normale Currywurst hat 1000 Scoville, auf der Vollbütteler Speisekarte heißt das läppisch „Schongang“.

Ab 6000 Scoville müssen die Kunden 18 Jahre alt sein und eine schriftliche Einverständniserklärung unterzeichnen.

Beim Schärfewettessen am Samstag geht es erst mit der Mahlzeit „Feuerspucker“ (80.000 Scoville) los. Am allerschärfsten ist die Henkersmahlzeit mit 7,1 Millionen Scoville.

til

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