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Gifhorn Stadt Veranstaltungsreihe: „Wenn Frauen zur Ware werden“
Gifhorn Gifhorn Stadt Veranstaltungsreihe: „Wenn Frauen zur Ware werden“
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15:00 31.01.2019
Wenn Frauen zur Ware werden: Ein Frauennetzwerk plant die beiden Veranstaltungen in Gifhorn. Quelle: Christina Rudert
Gifhorn

Veranstalter sind das Netzwerk gegen häusliche und sexuelle Gewalt, die sozialdiakonische Straßenarbeit (SoDiStra), das Präventionsteam der Polizei Gifhorn, der Kreisverband der Landfrauen und die Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises und der Samtgemeinde Meinersen.

Strichcode symbolisiert das Problem

Christine Gehrmann, Gleichstellungsbeauftragte im Landkreis, erklärt den Titel: „Mit der Prostitution werden Frauen zur Ware degradiert, sie verkommen zum Strichcode.“ Dieser Strichcode ist auf dem Flyer zu den Veranstaltungen über den Schattenriss einer Frau gelegt, um auf drastische Weise das Problem darzustellen.

Um die Hintergründe von Prostitution geht es am Donnerstag, 28. Februar, 19 Uhr, im Rittersaal des Schlosses Gifhorn. Als Experte referiert Manfred Paulus aus Mainz. Der Erste Kriminalhauptkommissar im Ruhestand wird über die Freiheiten und die Entwicklung in den bundesdeutschen Rotlichtmilieus berichten.

Anwerbungs- und Schleusungsmethoden

An der anschließenden Podiumsdiskussion beteiligen sich als lokale Experten Frank Bauerfeld von der Gifhorner Polizei, Luca Lehmann von Solwodi aus Braunschweig und die Gifhorner Heilpädagogin Gabriele Pöllet von SoDiStra. Journalist Bastian Till Nowak moderiert. Dabei geht es um Fragen nach der Situation der Mädchen und Frauen in den Rekrutierungsländern, den Anwerbungs- und Schleusungsmethoden und die Frage, was getan werden muss, um ein Stopp zu erreichen.

Begleitend können Besucher eine Ausstellung anschauen, in der Bettina Flitner Fotos zum Thema zeigt. „Die Bilder sind so drastisch, dass wir sie nur im Rahmen der Veranstaltungen zeigen möchten“, erklärt Christine Gehrmann. Diese sind auch am 11. September, 19 Uhr, im Rittersaal zu sehen. Dann lautet das Thema „RotlichtAus“.

Drehscheibe des Frauenhandels

Die Stuttgarter Initiative Sisters für den Ausstieg aus der Prostitution und SoDiStra berichten über ihre Erfahrungen im Kontakt mit Frauen, die von Prostitution leben. Wie hängen Armut und Prostitution zusammen? Welche Ausstiegsmöglichkeiten aus der Prostitution gibt es? Welche Verantwortung haben Staat und Gesellschaft? Denn: „Deutschland ist längst zur europäischen Drehscheibe des Frauenhandels und zum Einreiseland für Sextouristen geworden“, sagt Gabriele Pöllet von SoDiStra.

Eine Stunde vor Beginn des Vortrags findet ein Handtaschenbasar statt. „Wir dachten an unbenutzte Handtaschen, die manche Frau sicher noch zuhause im Schrank liegen hat“, erklärt Christine Gehrmann. Diese Taschen sollen zugunsten der Gifhorner sozialdiakonischen Straßenarbeit verkauft werden.

Die Teilnahme an allen Veranstaltungen ist kostenlos.

Von Christina Rudert

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