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Pflegetiere: Vom Storch bis zum Stachelschwein

Leiferde Pflegetiere: Vom Storch bis zum Stachelschwein

Leiferde. Die Palette der im Vorjahr im Leiferder Nabu-Artenschutzzentrum gepflegten Tiere reicht vom Storch bis zum Stachelschwein. Insgesamt wurden 1976 Exemplare in 166 Arten versorgt und 115 Veranstaltungen angeboten, an denen 1885 Personen teilnahmen. Zahlen sprechen für sich - und die Aussage von Zentrums-Leiterin Bärbel Rogoschik trifft da den Kern. Sie eröffnete jetzt die Jahresbilanz mit den Worten „Langweilig ist woanders“.

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Maurische Landschildkröte: Diese „alte Dame“ mit der Einlieferungs-Nummer 1396 ist laut Bärbel Rogoschik bereits mehr als 60 Jahre alt und wurde offenbar an einer Straße ausgesetzt

Quelle: Kottlick

Mit 44 Tieren wurden im Nabu-Zentrum so viele Weißstörche wie nie zuvor gepflegt, „obwohl das Wetter es den Störchen nicht immer leicht machte“, so Rogoschik. Insgesamt wurden 1392 Vögel in 91 Arten versorgt, informiert sie.

Auch bei den Reptilien und Amphibien bewegte sich die Zahl von 157 Exemplaren aus 31 Arten auf hohem Niveau. „Probleme bereiten hier die Schildkröten, da ihre Weitergabe an Zoos fast unmöglich ist“, so die Zentrumschefin. „Wir können Schildkröten schon stapeln“, sagte sie und verwies auf eine maurische Landschildkröte, die bereits mehr als 60 Jahre alt sein dürfte - „ein altes Mädchen, das laut Rogoschik „garantiert ausgesetzt, im Herbst an einer Straße zwischen zwei Orten“ entdeckt wurde. Reichlich vertreten war auch die Zahl der Säugetiere mit „333 Fellträgern aus 24 Arten“. Großen Anteil hatten dabei die Igel mit 187 Exemplaren. Als „kuriosesten Säuger“ bezeichnet sie dabei ein Stachelschwein, das „bleibende Eindrücke in Form durchgenagter Holztüren hinterließ“. Auch vier Wildkatzen zählten zu den Pfleglingen - sie konnten im Harz ausgewildert werden.

Genauso wurde ein afrikanischer Skorpion in Leiferde abgegeben. Und der ist laut Zentrumschefin so giftig, dass er nicht im Mitarbeiterbereich, sondern „bei mit im Büro gehalten wird“.

hik

Förderkreis unterstützt Arbeit

Leiferde. Das Nabu-Artenschutzzentrum wird finanziell vom Land Niedersachsen gefördert. Laut Bärbel Rogoschik reicht dieses Geld aber nicht aus. So sei auch im Vorjahr wieder der Förderkreis „als gewohnt verlässlicher Rückhalt“ in Erscheinung getreten.

Der Förderkreis finanziert laut Vorsitzendem Uwe-Peter Lestin einen der Ausbildungsplätze im Zentrum. Weiterhin unterstützen die 200 Förderkreismitglieder mit Beiträgen, Spenden und großem Engagement die Zentrumsarbeit.

Um weitere Förderer zu gewinnen, ist laut Lestin geplant, andere Kommunen anzusprechen, damit sie – wie bereits die Stadt Wolfsburg und die Landkreis Gifhorn-Stiftung – ebenfalls die Ausbildung von Zootier-Pflegern im Nabu-Zentrum finanzieren. Immerhin stammen Lestin zufolge zahlreiche Pflegetiere im Nabu-Zentrum aus der umliegenden Region, aus Hannover, Celle und anderen Gebieten. So würden im Schnitt allein dreimal wöchentlich Wildtiere aus dem Raum Hannover zur Versorgung im Zentrum abgegeben. Dementsprechend seien die umliegenden Kommunen und Städte auch aufgefordert, die Zentrums-Arbeit in Leiferde zu unterstützen, so der Förderkreisvorsitzende.

hik

Umweltbildung: Respekt vor der Natur

Leiferde. Bei den Ursachen für die Einlieferung der Wildtiere im Nabu-Artenschutzzentrum im Vorjahr standen laut Chefin Bärbel Rogoschik auf den vorderen Rängen „wie gewohnt elternlose Jungtiere“. Das waren 721 Exemplare. Dazu kamen 230 Tiere, die sie als „Kollisionsopfer“ bezeichnet.

Mit den Wetterkapriolen zu erklären sei die hohe Zahl von 151 Tieren, die als Opfer von Regen, Sturm und Hagel eingeliefert wurden. So sei dabei auch ein Storch im Hagelschauer tödlich verletzt worden.

Im Bereich der Umweltbildung waren laut Zentrumsmitarbeiter Joachim Neumann personelle Engpässe zu meistern. „Dennoch wurden 115 Veranstaltungen mit 1885 Personen angeboten, das Storchenfest als Besuchermagnet dabei noch nicht mitgerechnet.

Durch Wegfall des Zivildienstes wurden laut Neumann einige „BFJler“ (Bundesfreiwilligendienst) beschäftigt, auch konnten drei Auszubildende eingestellt werden.

Zu den Angeboten in der Umweltbildung zählten auch 40 Kindergeburtstage, die im Zentrum gefeiert wurden. „Die Kinder sind immer total begeistert“, so Neumann, der das Angebot „Keine Bange vor der Schlange“ als „Renner“ bezeichnete.

Die Umweltbildung ist laut Rogoschik wichtig, um Verständnis und Respekt für die Natur zu wecken. Dazu gehöre auch der Tod von Tieren, was Kinder oft besser verstünden als Erwachsene. „Wir kriegen nicht alle Pflegetiere durch“, sagt Rogoschik dazu, und betont: „Es gehört bei uns zum Alltag, dass Tiere sterben – genauso aber auch, dass wir viele auswildern können.“

hik

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