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Gifhorn Stadt „Partnerschaft auf ganz neuen Niveau“
Gifhorn Gifhorn Stadt „Partnerschaft auf ganz neuen Niveau“
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19:00 21.11.2017
Gemeinsames Wasserprojekt: Eine Delegation aus Gifhorn hielt sich in der ukrainischen Partnerstadt auf, um ein gemeinsames Vorhaben zum Abschluss zu bringen.  Quelle: Frank Reddel
Korssun

 „ Dabei wurden in einer großen Wasserkonferenz der Bevölkerung gemeinsame Planungen für eine Verbesserung der Trinkwasserversorgung vorgestellt.

Eine Delegation aus Gifhorn hielt sich in der ukrainischen Partnerstadt Korssun auf. Im Mittelpunkt stand das gemeinsame Projekt „Sauberes Wasser für Korssun“.

Denn: Längst nicht alle Stadtteile in der ukrainischen Partnerstadt sind an das Wasserleitungsnetz angeschlossen. Viele Korssuner bohren eigene Brunnen oder nutzen gemeinsam Ziehbrunnen. Und das bestehende Leitungsnetz ist marode. „Die Korssuner Kollegen sagen, dass der Wasserverlust in den Leitungen 43 Prozent beträgt“, so Manfred Gades, Leiter des Gifhorner Wasserwerks, der an den Planungen beteiligt war. Dankbar aufgenommen wurde seine Anregung, das Netz als Ringleitung anzulegen, so dass bei Störungen nicht alle Haushalte von der Versorgung abgeschnitten sind. „Ich habe kompetente Kollegen der Wasserversorgung kennengelernt“, so Gades, der den ukrainischen Kollegen bescheinigt, dass ihre Ausarbeitung allen EU-Standards entspricht. Das öffne ihnen bestimmt Türen, wenn es um die Finanzierung der praktischen Umsetzung geht. Daran ist Gifhorn nicht mehr beteiligt.

 Das Projekt im Rahmen der Initiative „Kommunale Partnerschaften mit der Ukraine“ der Engagement Global gGmbH im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung bezog sich aber nur auf die Planungen der Verbesserungen.

„Wir haben die Partnerschaft mit diesem Projekt auf ein ganz neues Niveau gehoben“, sagte Bürgermeister Matthias Nerlich in der Wasserkonferenz vor rund 600 interessierten Korssunern, darunter viele junge Menschen.

„Das Projekt bietet die Möglichkeit, andere Abonnenten ans Wassernetz anzuschließen“, so Korssuns Bürgermeister Olexandr Hajdaj. Und Rüdiger Wockenfuß, Projektleiter auf deutscher Seite, betonte: „Ich freue mich, im nächsten Jahr vielleicht schon den nächsten Schritt sehen zu können.“

Dass die Korssuner engagiert an der Verbesserung der Wasserversorgung arbeiten, wurde bei der Besichtigung des Pumpwerks am Fluss Ross deutlich. Dort wurden unter anderem neue Pumpen installiert. „Hier hat sich sehr viel getan“, freut sich Wockenfuß, der mit Gades im Sommer schon einmal in Korssun war. Und Wockenfuß zeigte sich beeindruckt, welch hohen Stellenwert die Ökologie in Korssun einnimmt und „wie die Korssuner sich bemüht haben, die demokratischen Spielregeln einzuhalten“. Bürgerversammlungen wie die Wasserkonferenz seien dort noch nicht alltäglich.

Von Frank Reddel

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