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Gifhorn Stadt Ohne Comedy und Slapstick-Phrase: Henning Venske verteilt Ohrfeigen
Gifhorn Gifhorn Stadt Ohne Comedy und Slapstick-Phrase: Henning Venske verteilt Ohrfeigen
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08:30 20.10.2014
Zornig bis bitter: Alt-Kabarettist Henning Venske referierte über Absurditäten in Politik und Gesellschaft. Quelle: Michael Uhmeyer
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Henning Venske steht seit Jahrzehnten für intelligentes politisches Kabarett, das nicht von Comedy oder Slapstick-Phrasen lebt. Scharfzüngig, schonungslos und ohne Schnörkel betrachtet er die politische und gesellschaftliche Lage und weicht weder vor Polarisierung noch Provokation zurück. Unter dem Titel „Es war mir ein Vergnügen“ stellte Venske verschiedene Texte aus seinen zahlreichen Satiren, Parodien und Büchern zusammen, die das Paradoxe deutscher Politik und Gesellschaft herausstreichen.

Niemand ist vor seinen verbalen Ohrfeigen sicher, mit gezielter Wortwahl, selbstbewusst und angriffslustig legt er den Finger in die politischen Wunden. Häufig genug bleiben den Zuschauern die Lacher im Halse stecken, wenn deutlich wird: Es ist tatsächlich so absurd.

Vor allem die Bildungspolitik liegt ihm am Herzen: Er klaue bei den Witzigen, um den geistig Bedürftigen zu geben. Einspaarungen seien der Tod jeglicher Bildung, stellt er zornig, sogar ein wenig bitter fest. Ließe man die flache Berieselung einfach weg, ergeben sich „Sternstunden der TV-Sportberichterstattung“ wie jene vom Tanzsport, in der ohne Ton allein ein verlorenes Haarteil zu spannender Unterhaltung wird.

Ein besonderes Problem sieht Venske in der Religion: Nicht die Atheisten seien die Unruhestifter, sondern die Frömmler, von denen die meisten Gräueltaten stammten. „Kein Reiseprospekt macht wirklich Lust auf eine Himmelfahrt“, fasst er trocken, aber umso realistischer zusammen.

sdo

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