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Öffentliche Versteigerungen: Kritik an Auktion

Gifhorn Öffentliche Versteigerungen: Kritik an Auktion

Gifhorn . Gleich zwei öffentliche Versteigerungen liefen am Samstagmorgen in Gifhorn. Eine davon hatte im Vorfeld schon für Wirbel gesorgt.

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Gepfändete Waffen versteigert: Die Auktion des Landkreises am Samstag im Rittersaal des Schlosses war auch auf Kritik gestoßen.

Quelle: Photowerk (sp/mpu)

Protest kam von der Kreistagsfraktion von Grünen, Linken und Piraten, aber auch per Mail von einer Initiative aus Winnenden, wo der Sohn eines Sportschützen in der Schule Amok gelaufen war: Nicht unumstritten war die Versteigerung gepfändeter Waffen beim Landkreis Gifhorn am Samstagmorgen.

Zuerst sind die Spielkonsolen, Flachbild-TVs und Laptops dran. Danach müssen die meisten Interessenten den Rittersaal des Schlosses verlassen. Die Waffen kommen nur in ausgewähltem Kreise unter den Hammer – nur wer eine entsprechende Berechtigung vorweisen kann, darf mitbieten.

„Man kann uns keine Unsensibilität vorwerfen“, sagt Detlev Loos vom Landkreisvorstand. „Wir haben überprüft, ob die Fernseher keine Hehlerware sind, und die Waffen waren vorher beim Landeskriminalamt zur Untersuchung.“ Auch die Bieter seien unter der Lupe. „Wir sind auf der sicheren Seite. Auch Finanzämter versteigern gepfändete Waffen.“

Kann man die vier Gewehre und die Pistole nicht einfach verschrotten? „Wenn wir rein ordnungsbehördlich Waffen einziehen, etwa bei Unzuverlässigkeit, dann werden sie vernichtet“, sagt Loos. In den zurück liegenden zwei Jahren seien 180 nach Munster gekommen. Doch in diesem Fall gebe es einen Unterschied: „Das sind Pfändungsgegenstände. Und wir sind nicht der Eigentümer der Waffen.“

Das seien immer noch jene, denen die Waffen weggenommen wurden, weil sie in der Schuld stünden. Erst mit der Ersteigerung wechsele der Eigentümer, erläutert Loos. Der Landkreis Gifhorn habe als Gläubiger gepfändete Ware zu verwerten.


Günstige Gelegenheit in der Tiefgarage: Unter ihrem Rathaus brachte die Stadt Gifhorn gefundene Fahrräder – oder Fahrradreste für Bastler – an die Bieter.

Schnäppchenjäger in der Tiefgarage

Weniger brisant war die Ware gleich nebenan in der Tiefgarage des Rathauses. Dort gab es günstige Schnäppchen zum Basteln oder zum Gleich-drauf-Wegfahren, die Stadtverwaltung brachte wieder zahlreiche Fundfahrräder unter den Hammer.

Eine gute Gelegenheit für die dreifache Mutter, zu einem Kinderrad zu kommen: Für 29 Euro hat Selda Uslu aus Gifhorn den Drahtesel ersteigert. „Es ist einfach günstiger, gerade wenn es um Kinderräder geht“, sagt die 35-Jährige, warum sie das zweite Mal bei der Versteigerung dabei ist. Dann eilt sie zurück zum Bieten: „Für meinen Mann will ich jetzt auch noch eines ersteigern.“

„Verkauft für 15 Euro“: Im Sekundentakt nimmt Christian Schnur, Auktionator und Chef des Bürgerbüros im Rathaus, die Gebote entgegen. Keine Minute braucht er, das erste Gebot des Tages, ein Mountainbike, an den Bieter zu bringen. So manches Fahrradfragment, etwa ein Rahmen oder ein Gefährt ohne Vorderrad, geht gleich zum Einstiegsgebot von einem Euro raus – als Ersatzteillager für manchen Bastler.

Knapp 70 Gegenstände bietet Schnur an. „Wir haben noch Zelte, ein Autoradio, einen Koffer und eine Digitalkamera“, zählt er die Fundsachen auf. Den größten Teil machen aber die Fahrräder aus. Das muss nicht sein, sagt Ulrich Scholz von der Polizei, der die Versteigerung nutzt, um für eine Registrierung zu werben. Die helfe es den Behörden, gefundene Fahrräder schnell dem rechtmäßigen Eigentümer zuzuordnen und zurück zu geben. Er bietet es den Ersteigerern an, gleich mit dem erworbenen Schmuckstück zu beginnen.

rtm

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