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Obskurer Orden nutzte Haus in Zahrenholz als Treffpunkt

Groß Oesingen / Zahrenholz Obskurer Orden nutzte Haus in Zahrenholz als Treffpunkt

Groß Oesingen / Zahrenholz . Ein kleiner, beschaulicher Ort im Nordwesten des Landkreises Gifhorn spielte von 1922 bis 1927 in einer obskuren antisemitischen Gemeinschaft eine große Rolle: Zahrenholz war wohl Reichszentrum des Neutempler-Ordens, wie Walther Paape erforscht hat.

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Fünf Jahre lang reichsweites Zentrum des Neutempler-Ordens: Heinrich Müller (l.) und Walther Paape vor dem Haus in Zahrenholz.

Paape gehört zur Bergwacht Sigmaringen im oberen Donautal. Die Hütte der Bergwacht liegt am Fuß der Burgruine Dietfurt, nach 1927 Zentrum der Neutempler. „Eine Höhle, die als Kultstätte genutzt worden war, und mehrere Wappen haben uns darauf gebracht“, berichtet Paape, der ein paar Tage in Groß Oesingen war, um mit Heinrich Müller vom Heimatverein die Geschichte der Neutempler in und um Groß Oesingen zu erforschen.

Die Schlüsselfigur ist Georg Hauerstein junior, wie sein Vater Mitglied im Neutempler-Orden. Hauerstein hat in Zahrenholz gelebt. Hartwig Müller, mit fast 91 Jahren der älteste Zahrenholzer, kann sich noch an den Mann erinnern, der 1922 ins Dorf kam. „Er war merkwürdig, ziemlich auffällig.“ Was sich in dem Fachwerkhaus abspielte, das Hauerstein bewohnte, bekamen die Dorfbewohner jedoch nicht mit. „Darin gibt es auffällig viele Zimmer. Vielleicht sollten sie als Unterkünfte genutzt werden, vielleicht war das Haus ein Schulungszentrum“, meint Paape.

Bekannt ist, dass der schlesische Adelige und Neutempler Graf Friedrich Franz von Hochberg 1925 die Wallanlage Wickeloh südöstlich von Groß Oesingen für den Orden kaufte. Paape: „Es könnte sein, dass dort kultische Feiern stattgefunden haben.“ Hochberg wollte das Ordenszentrum aber nach Süddeutschland verlegen. Und als Dietfurt gefunden war, wurde das Haus in Zahrenholz Ende 1927 aufgegeben.

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