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Neue Einsichten über alten Landrat

Gifhorn Neue Einsichten über alten Landrat

Gifhorn. Neues Licht auf einen langjährigen Landrat: Mit den Umständen des Rücktritts von Dr. Eugen von Wagenhoff 1937 befasst sich ein neues Buch aus der Schriftenreihe des Kreisarchivs. Dafür bekommen der Landkreis und Autor Stefan Felleckner Gegenwind: Angehörige sprechen von unsauberer Recherche.

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Warum trat Landrat Dr. Eugen von Wagenhoff 1937 zurück? Zu neuen Erkenntnissen kommt Kreisarchivar Stefan Felleckner (re.), hier mit Ernst-Eberhard Hempel, in seinem Buch.

Quelle: Reitmeister

Ein Polizist zeigt eine Predigt beim Landratsamt an: Statt das an die Gestapo weiter zu leiten, vermittelt von Wagenhoff zwischen Pastor und Polizist - und nimmt den Geistlichen in Schutz. Laut einer Veröffentlichung von 1985 zu von Wagenhoffs Rücktritt anno 1937 war jener Widerstand gegen das Dritte Reich Grund für den Rücktritt - laut Felleckner nicht haltbar.

„Er wurde in allen Ehren entlassen.“ Als Regimegegner wäre von Wagenhoff das nicht und hätte statt voller Pension Schutzhaft bekommen. Von Wagenhoff sei aber sogar in der Partei geblieben. Felleckners Folgerung: Die Dienstaufsichtsbeschwerde wegen der Pastor-Affäre sei benutzt worden, um ihn aus anderen Gründen abzuservieren. Der Landrat, der schon Zusammenlegungen von Gemeinden und dem Bau des Mittellandkanals Steine in den Weg gelegt hatte, sollte dem Prestige-Projekt Volkswagenwerk mit Großstadt nicht auch noch im Wege stehen. So sei er vor die Wahl gestellt worden, per „freiwilligem Rücktritt“ auszuscheiden.

„Den Vorwurf der unsauberen Arbeit weise ich zurück“, sagt Felleckner zu entsprechenden Vorwürfen aus der Familie. Zehn Jahre lang habe er recherchiert, „belegbare und belastbare Quellen“ genutzt und den Text von Fachleuten gegenlesen lassen. Landrätin Marion Lau sagt, dass es dem Buch nicht darum gehe, einen tüchtigen Landrat in die Nazi-Ecke zu stellen. Von Wagenhoff sei kein strammer Nazi gewesen, aber eben auch kein Widerstandskämpfer.

rtm

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