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Gifhorn Stadt Nähprojekt trägt erste Früchte
Gifhorn Gifhorn Stadt Nähprojekt trägt erste Früchte
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16:33 07.05.2013
Die Nähkurse sind ausgebucht: Die Bergfelderin Sybille Schnehage freut sich, dass Mädchen in Kunduz eine Ausbildung bekommen. Quelle: Sybille Schnehage

„Ich habe die Familie zuhause besucht, sie ist überglücklich“, berichtet Schnehage der AZ telefonisch aus dem Norden Afghanistans.

„Ihr Vater hat bislang Süßigkeiten verkauft, er war mit einer Schubkarre unterwegs“, schildert Schnehage die Situation der „bitterarmen Familie“. Die Tochter hat nun in einem dreimonatigen Kursus in Sybille Schnehages Quartier in Kunduz das Nähen gelernt. „Drei Kleider hat sie schon verkauft. Die Leute kommen mit den Stoffen zu ihr nach Hause, sie braucht also keinen Laden“, sagt die Bergfelderin, die wieder für drei Wochen in Kunduz im Einsatz ist.

In ihrem Gepäck hatte sie dieses Mal Schnittmuster aus alten Modezeitschriften. „Die Frauen haben schnell gelernt, wie sie aus den Mustern Schnitte anfertigen“, freut sich Sybille Schnehage.

Die Nachfrage nach den Kursen ist hoch. „Inzwischen bieten wir zwei Kurse für jeweils 18 Mädchen an“, berichtet Sybille Schnehage. Allerdings ist dieser Kursus für die Katz, wenn die Mädchen nach erfolgreichem Abschluss keine Nähmaschine haben. „Ich brauche also Nähmaschinen, Nähmaschinen und noch mehr Nähmaschinen.“

Gestern startete wieder die große Hilfsgüterverteilung, Sybille Schnehage gab in ihrem Haus in Kunduz Öl, Geld und Zucker an die Witwen und Waisen aus. „400 Patenschaften haben wir, aber es kommen um die 700 Bedürftige“, wusste sie schon im Vorfeld, dass sie wieder hungrige Frauen und Kinder wegschicken muss.