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Mühlentag: Einblicke in altes Handwerk

Gifhorn/Wahrenholz Mühlentag: Einblicke in altes Handwerk

Gifhorn/Wahrenholz. Zahlreiche Besucher ließen sich am Deutschen Mühlentag zeigen, wie vor 300 Jahren das Korn gemahlen wurde. In Gifhorn gab es Trachtentanz und Mahlvorführungen zu sehen, in Wahrenholz gab es zwei Tage lang bunten Festtrubel.

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Große Tänzer: Die Trachtentanzgruppe des Uniformierten Schützenkorps Gifhorn sorgte für volkstümliche Stimmung im Museumsdorf.

Quelle: Ron Niebuhr

Pfingstmontag ist Deutscher Mühlentag - schon seit 21 Jahren! Mit von der Partie war natürlich auch das Gifhorner Mühlenmuseum. Schließlich ist es wohl weltweit einzigartig und in seiner Größe unübertroffen. Zahlreiche große und kleine Besucher schauten sich auf der prächtigen Parkanlage um.

Mit drei Originalmühlen hat das Museum 1980 seinen Betrieb aufgenommen: der Bockwindmühle „Viktoria“ von 1882 aus Osloß, der rund 300 Jahre alten Wassermühle aus dem osttiroler Lesachtal mit zwei oberschlächtigen Wasserrädern und der Kellerholländer-Mühle „Immanuel“ von 1848 aus Westdorf in Schleswig Holstein - übrigens ein Geschenk des Zeitungsverlegers Axel Springer. Heute, 35 Jahre später, stehen sie immer noch.

Die Tiroler Wassermühle erlebten die Besucher am Montag sogar im Betrieb. Wie üblich bei ober- und mittelschlächtigen Wassermühlen setzt das Gewicht des Wassers, das nacheinander jedes der zehn Liter fassenden Holzfächer zu gut einem Viertel füllt, das Mühlrad in Gang. Je mehr Wasser durchläuft, desto schneller dreht sich der damit verbundene Mühlstein.

Einen Einblick ins alte Handwerk gewährte das Mühlenmuseum in der Mahlwerkstatt: „Sogar viele Erwachsene wissen kaum noch, wie Korn aussieht und wo das Mehl herkommt“, sagte Dieter Kahlke. Er begleitete mit Roswitha Wrobel die Mahl-Aktion für Kinder. Auf der Freilichtbühne im Museumsdorf trat derweil die Trachtentanzgruppe des Gifhorner USK auf: „Viele unserer Tänze wurden bis ins 19. Jahrhundert hinein sogar in Tanzschulen unterrichtet“, verrieten sie dem applaudierenden Publikum.

Trubel rund um Wassermühle in Wahrenholz

Was für ein Fest – da gab es Kuchen, Keramik, Musik und Pralinen, Räucherfisch und Bogenschießen für die Jugend war auch erstmals dabei. Die Mühlenfreunde Wahrenholz hatten zum Pfingstfest zur Wassermühle eingeladen – zahlreich strömten die Menschen zum Festplatz. „30 Helfer sind heute im Einsatz“, freute sich Wilhelm Warneholdt, gemeinsam mit Werner Potratz im Vorstand der Mühlenfreunde, am Sonntag über das schöne Wetter. In dieser Größenordnung mit Angeboten für jedes Alter erfreue sich das Fest auch bei den Anbietern großer Beliebtheit. „Wir müssen bald stoppen und erste Absagen erteilen“, befürchtet Warneholdt. Nicht nur der Zahl der Stände wächst stetig. Die Mühlenfreunde zaubern auch stets neue Überraschungen aus dem Hut – Musik vom Spielmannszug Wahrenholz, die Schlepperfreunde Wahrenholz präsentierten Oldtimer, es gab Holzschnitzereien mit der Kettensäge und die Senioren-Boys spielten Schifferklavier. Auch für Schmackhaftes war gesorgt, so wurden allein 80 Torten und etliche Kuchen vom Blech serviert. Laut Potratz gab es auch spannendes für die Jugend – Archers Land bot Bogenschießen an. Bezahlt wurde mit Wertmarken– „das machen wir aus hygienischen Gründen, damit nicht soviel Geld in die Hände genommen wird“. Der Erlös des Festes komme dem Erhalt der Wassermühle zu Gute. Plan der Mühlenfreunde ist es, eine neue Schaufel für die Wassermühle anzuschaffen. Die Kosten schätzt er „mit allem, was dazu gehört auf gut 60.000 Euro“.

hik/rn

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