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Mordversuch: Angeklagter kennt keine Skrupel

Landkreis Gifhorn / Hildesheim Mordversuch: Angeklagter kennt keine Skrupel

Hildesheim/Gifhorn. Der zweite Prozesstag gegen einen 26-Jährigen aus Gifhorn stand ganz im Zeichen des psychiatrischen Gutachtens. Der Sachverständige sollte klären, ob der Angeklagte an einer psychischen Erkrankung leidet. Der 26-Jährige hatte als Beifahrer ohne Vorwarnung einem 19-jährigen Autofahrer ins Lenkrad gegriffen, um den Wagen in den Gegenverkehr zu steuern.

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Landgericht Hildesheim: Am zweiten Tag im Prozess um einen versuchten Mord hatte der psychiatrische Gutachter das Wort.

Quelle: Archiv

„Seine Aussagen hatten wenig Substanz. So wie vor Gericht hat er in unseren Gesprächen ausweichend geantwortet und sich an kritischen Stellen auf Erinnerungslücken berufen“, sagte der Gutachter. Er attestiert dem 26-Jährigen dissoziale Persönlichkeitszüge: „Er hat kein schlechtes Gewissen, Skrupel und Übernahme von Verantwortung kennt er nicht“, so der Gutachter weiter.

Das macht der Psychiater an der Vielzahl der Ermittlungsverfahren gegen den Angeklagten seit dessen 14. Lebensjahr fest. Acht Einträge wegen Betrugs, Sachbeschädigung und Drogenhandels stehen in seinem Führungszeugnis. „Bis heute hat er aus seinen Verfehlungen nichts gelernt“, so der Gutachter weiter.

Hinweise auf eine psychische Erkrankung konnte der Gutachter nicht feststellen. „Der Angeklagte beherrscht aber perfekt die Klaviatur der psychosomatischen Beschwerden“, so der Experte. Damit erklärte er auch die sechs Aufenthalte in einem psychiatrischen Krankenhaus. „Er fühlt sich oftmals ungerecht behandelt, hat aggressive Ausbrüche. Vielleicht war er bei der Tat nur wütend und wollte dem Fahrer einen Denkzettel verpassen.“

Es folgten die Plädoyers. Während die Staatsanwältin wegen der Heimtücke den versuchten  Mord bestätigt sieht und sechs Jahre Haft fordert, hält der Verteidiger die Vorwürfe für falsch. Er hat für seinen Mandanten Freispruch gefordert.
Das Urteil wird am 27. September gefällt.

ree

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