Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Gifhorn Stadt Messer-Attacke auf Gifhorner Campingplatz: So lief der Prozess-Auftakt
Gifhorn Gifhorn Stadt Messer-Attacke auf Gifhorner Campingplatz: So lief der Prozess-Auftakt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:37 11.02.2019
Prozessauftakt am Landgericht Hildesheim: Der Angeklagte gab am Montag die Messerattacke zu – will jedoch in Gegenwehr gehandelt haben. Quelle: Bettina Reese
Gifhorn/Hildesheim

Versuchter Mord wirft die Staatsanwaltschaft Hildesheim einem 72-jährigen Dauercamper aus Gifhorn vor. Der Mann hatte am 13. August 2018 einen 56-jährigen Nachbarn mit einem Messer attackiert.

„Er hatte die Bedienung unserer Campingplatz-Gaststätte angeschrien, das mochte ich nicht“, sagte Lutz L., das Opfer der Attacke. Er habe den 72-Jährigen daraufhin der Kneipe verwiesen – dies sei der Grund für den Streit zwischen den Männern gewesen. Laut Anklage hat sich der Konflikt nur wenig später zugespitzt, da der Angeklagte mehrfach die Reifen des dreirädrigen Fahrrads des schwerbehinderten 56-Jährigen zerstochen haben soll. Eine Tat konnte ihm nachgewiesen werden, denn Lutz L. hatte eine Wildkamera installiert. Auf der Aufzeichnung ist eindeutig der 72-Jährige als Reifenstecher zu erkennen. Dieses Video hatte der 56-Jährige anderen Bewohnern und auch dem Platzwart des Campingplatzes gezeigt. Laut Anklage befürchtete der 72-Jährige nun Schwierigkeiten bei der Suche nach einem neuen Platz oder einer neuen Wohnung. Am Tattag wollte der 72-Jährige seinen Nachbarn wegen dieses Videos zur Rede stellen und er habe vorgehabt ihn zu töten, da ist sich der Staatsanwalt sicher.

Angeklagter spricht von Gegenwehr

Im Haus des 56-Jähren soll der Angeklagte ein Anglermesser mit einer 15 cm langen Klinge gezogen haben und in Richtung des völlig überraschten 56-Jährigen gestochen haben. „Ich habe mir ein Kissen geschnappt und ihn dann aus der Tür hinausgedrängt“, sagte der 56-Jährige als Zeuge vor Gericht aus. Erst habe er nicht bemerkt, dass er am Bauch getroffen war, so der Mann weiter. Erst als die Polizei eintraf entdeckte er am linken Oberbauch einen Blutfleck und wurde ins Klinikum eingeliefert. Der Angeklagte gestand die Tat. Entgegen seiner Aussage bei der Polizei gab er jetzt vor Gericht an, sich nur gewehrt zu haben. Der 56-Jährige sei mit Fäusten auf ihn losgegangen, erst daraufhin habe er das Messer gezogen und zugestochen.

Psychiatrischer Gutachter ist nun gefragt

Über das untypische Verhalten des Angeklagten gleich nach der Tat wunderten sich auch die geladenen Polizeibeamten. Mehrfach soll der 72-Jährige wiederholt haben, dass er den 56-Jährigen töten wollte. Eine 37-jährige Gifhorner Polizistin berichtete aber auch von Zeugenaussagen, die das spätere Opfer als „Stänkerkopf“ bezeichnet hätten, der auch gern provozierte.

Am Mittwoch wird der Prozess mit weiteren Zeugenaussagen und dem Gutachten des psychiatrischen Sachverständigen fortgesetzt.

Von Bettina Reese

In vielen Schulen in Niedersachsen fehlen an diesem Montag Lehrer und Sozialpädagogen. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaften hat zum Warnstreik aufgerufen. Auch Gifhorner Pädagogen sind dabei.

11.02.2019

Jahresbilanz bei der Feuerwehr in Wilsche: Zu insgesamt 32 Einsätzen und Übungen rückten die Brandschützer 2018 aus. Vor allem 17 Brände hielten die Einsatzkräfte auf Trab, davon alleine fünf am Erikasee.

11.02.2019

Das Bürgerschützenkorps blickte am Samstag auf sein erstes Jahr unter der Leitung von Major Carsten Gries zurück – er hatte im Vorjahr nach 30 Jahren Ehrenmajor Karl-Heinz Krüger als Vorsitzender abgelöst.

10.02.2019