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Gifhorn Stadt Mediziner in Gifhorn nutzen Hypnose als zusätzliche Hilfe
Gifhorn Gifhorn Stadt Mediziner in Gifhorn nutzen Hypnose als zusätzliche Hilfe
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17:49 15.03.2018
Zusätzliche Hilfe: Der Gifhorner Urologe Dr. Peter Hopp setzt auch Hypnose ein.  Quelle: Jörg Rohlfs
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Gifhorn

 Anlass für den Mediziner, sich in diesem Bereich weiter zu bilden, sei die Erkenntnis gewesen, dass nur durch Reden eine Lösungsfindung oft nicht erreicht werde. Durch Hypnose indes würde bei Patienten der Weg geebnet, unbewusste Prozesse zuzulassen, die hinwiederum, angestoßen durch positive Suggestion, eigene kreative Lösungen frei setzten.

„Der Mensch ist irre komplex“, meint Hopp, der das pathologische Ursache-Wirkung-Prinzip als nur eingeschränkt gültig erachtet und ein wirtschaftlich unbändig boomendes Gesundheitssystem kritisiert, „das die Menschen entmündigt“, indem es suggeriere, „dass Hilfe immer von außen kommt“ – aber nicht berücksichtigt, „wie Gesundheit entsteht“ und dass es „keine Trennlinie zwischen Körper und Geist gibt“.

Der 57-Jährige, der Hypnose in Coaching-Kursen für gestresste VW-Manager ebenso anwendet wie bei Patienten mit chronischen Schmerzzuständen, betont gleichzeitig, dass das in Trance versetzen keine Alternative zu herkömmlichen Therapieverfahren sei, sondern eine zusätzliche Option: Zu hohem Blutdruck müsse mit senkenden Mitteln begegnet werden – aber einem auslösenden Faktor wie Stress eben mit besagter positiver Suggestion.

Grenzen des Machbaren und Möglichen nennt Hopp ebenso. Bei akuten Notfällen komme Hypnose nicht in Betracht und bei Krankheiten wie Krebs nur als Ergänzung – weil es die Funktion des Immunsystems steigern könne. Grenzen zeige auch die Persönlichkeit des Patienten auf: „20 Prozent der Menschen sprechen auf Hypnose nicht an. 20 Prozent sind gut und 60 Prozent mäßig suggestibel, was aber für die Hypnose völlig ausreicht.“ Eine wichtige Voraussetzung fürs Funktionieren sei zudem „eine Arzt-Patienten-Beziehung, die auf Vertrauen basiert“, sagt Hopp.

Durch Hypnose versetzt er Menschen, die dazu bereit sind, in Trance – eingangs durch direktive Methoden wie die optische Konzentration auf Stift, Pendel, Zeigefinger, dann durch sprachlich geführte Körperwahrnehmung mit allen Sinnen. Trance sei ein ganz natürlicher Zustand, der sich auch bei langweiligen Autofahrten oder beim Ausdauersport einstelle, eine Art des sich-Vergessens darstelle, auch von Kindern beim Spielen ohne Mühe erreicht werde oder durch autogenes Training.

Habe der Patient erstmal den Alltags-Funktions-Zustand „des ständigen Abgleichs und kritischen Beleuchtens“ verlassen und das Unterbewusstsein, das große Teile des Gehirns ausmache, dergestalt „angekurbelt, ins Erleben gebracht“, kommt die Suggestion ins Spiel: bildhafte, positive Vorstellungen werden auf vorhandene Probleme projiziert. Und laut Hopp funktioniert’s: „Bei chronisch funktionellen Störungen bei gut der Hälfte der Fälle. Das ist ein guter Wert.“

Andere Anwendungsbeispiele seien Ängste, Narkose, Migräne, Reizblase, Potenzstörungen, Wettkampfvorbereitung bei Sportlern, die Behandlung mittlerer Süchte oder Gewohnheiten wie Rauchen und zur Gewichtsreduktion. Hypnosetherapie sei aufwendig, erklärt Hopp: Unter einer Stunde Sitzung geht gar nichts – um etwas zu erreichen, seien oft fünf bis zehn Sitzungen nötig, manchmal auch nur ein bis drei.

Aber wenn’s funktioniert, ist das gut für die Menschen, die Hilfe suchen. Dass der Einsatz von Hypnose, die eine uralte Methode sei, wieder zunehme, freut aber auch Hopp: „In einem auf Maximierung von Erfolg ausgerichteten System habe ich dadurch ein Stückchen ärztliche Kunst zurück gewonnen.“

Von Jörg Rohlfs

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