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„Man hat die Armen vermehrt“

20 Jahre Straßenzeitung in Gifhorn „Man hat die Armen vermehrt“

1997 erschien die erste Gifhorner Straßenzeitung, den Tagestreff MoinMoin gibt es seit 1991. Dessen Besucherkontakte sind von damals 700 auf inzwischen mehr als 20.000 gestiegen. Nicht nur weil er bekannter geworden sei, sondern weil es immer mehr Betroffene gebe, sagten die dort Engagierten am Samstag bei einem Tag der offenen Tür mit Grillfest.

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Tag der offenen Tür mit Grillfest: Der Tagestreff MoinMoin zog am Samstag ein Fazit zu 20 Jahren Straßenzeitung in Gifhorn.

Quelle: Michael Franke

Gifhorn. 1997 erschien die erste Gifhorner Straßenzeitung, den Tagestreff MoinMoin gibt es seit 1991. Dessen Besucherkontakte sind von damals 700 auf inzwischen mehr als 20.000 gestiegen. Nicht nur weil er bekannter geworden sei, sondern weil es immer mehr Betroffene gebe, sagten die dort Engagierten am Samstag bei einem Tag der offenen Tür mit Grillfest.

Herbert von Straten ist im Tagestreff ein Mann der ersten Stunde. Damals seien die Klienten Ältere und Durchziehende gewesen. Also das typische Bild eines Obdachlosen, eines so genannten Berbers. Und heute? Vielen Jüngeren und Einheimischen gibt van Straten Mahlzeiten aus. Eine Entwicklung, die ihm nicht gefällt. Aber: „Das ist politisch gewollt.“ Das sehe man ganz klar an einem Beispiel: „Es ist paradox, dass man für Banken Hunderte Millionen ausgibt.“ Aber beim Schulessen für arme Kinder werde geknausert, müssten Hilfsfonds einspringen.

Im August 1997 erschien die Straßenzeitung zum ersten Mal. Inzwischen verkaufe der Verein Querweg 500 Exemplare im Monat, so Chefredakteur Helmut Teipel. Die Einnahmen daraus seien wichtig, denn damit finanziere der Verein den Wochenend-Betrieb im Tagestreff, der unter der Woche von der Diakonie betrieben wird.

Teipels Fazit aus 20 Jahren: „Was hat sich für die armen Menschen getan? Man hat sie vermehrt.“ Es entstünden Luxuswohnungen, gleichzeitig seien arme Kinder bei warmen Mahlzeiten auf Spenden angewiesen. Teipel verweist auf Kinderfonds und Tafel, die immer mehr „Kunden“ bekämen. Fast 2800 Kinder lebten in Familien, die staatliche Leistungen beziehen.

Von DIrk Reitmeister

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