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Gifhorn Stadt Luftbildarchäologie: Suche nach der Mundburg
Gifhorn Gifhorn Stadt Luftbildarchäologie: Suche nach der Mundburg
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23:01 07.05.2013
Die Mundburg soll am Zusammenfluss von Aller und Oker gestanden haben: Der heutige Zusammenfluss in Müden (Foto) kann das nicht sein – er wurde 1880 beim Bau der Schleuse verlegt. Quelle: Kottlick (2)

Bei dieser Prospektion handelt es sich um eine bekannte Methode der Luftbildarchäologie, bei der im Erdreich verborgene Strukturen durch Messungen physikalischer Eigenschaften des Bodens erfasst werden können.

Das Ganze hat jedoch einen stolzen Preis, weiß Leffler, deren Ausgrabungs-Pläne die Gemeinde Müden mit 1500 Euro bezuschusst. Diese Summe reicht aber nicht auch noch für die Prospektion aus, „deshalb suche ich weitere Sponsoren“, sagt die Hobby-Forscherin.

Vor dem Hintergrund, dass sich die Mundburg-Urkunde von 1013 in diesem Jahr zum tausendsten Mal jährt, hofft sie auf Klärung und zwar „noch in diesem Jahr“.

Die Mundburg soll am Zusammenfluss von Aller und Oker gestanden haben. Der indes ist offenbar nicht identisch mit dem heutigen Ort. Leffler vermutet nach akribischer Forschungsarbeit, dass die Burg auf den Flurstücken Hohe Kamp und Bruchwiese in der Gemarkung Müden zu finden ist. Laut Leffler soll die geophysikalische Prospektion Klarheit bringen. Sie beschädige auch nicht den Boden und sei als vorbereitende Maßnahme für eine mögliche Ausgrabung zu sehen, die dann „nach der Ernte erfolgen kann“.

hik

Müden. Vielen Literatur-Hinweisen zufolge war die Mundburg eine Münzstätte und eine Schutzburg bei Müden. Sie wurde nach 993 unter Bischof Bernward von Hildesheim zur Abwehr der Slawen erbaut. Der Standort befand sich in der Niederung der Aller.

Die Mundburg sicherte das Bistum von Bischoff Bernward. Eine weitere Burg des Bischofs lag bei Wahrenholz.

Urkundlich erwähnt wurde die Burg laut Anneliese Leffler 1013 als „ubi flumina Alera et Ovokare confluunt, munitiunculam admodum munitam extruxit“ („wo die Flüsse Aller und Oker zusammen fließen, errichtete er eine Festung“).

Da Müden nördlich der Aller liegt, nimmt Leffler nun an, dass die Burg südlich gestanden hat, die Flurnamen Bruchwiese oder Burgwiese deuteten darauf hin. Beweise für den Standort der Burg gebe es bislang nicht. Sofern finanziell möglich, hofft sie darauf, dass eine boden-schonende geophysikalische Prospektion Aufklärung bringen wird.

Leffler: „Für die von mir vermutete Stelle sprechen mehrere Indizien, die nur durch weitere archäologische Untersuchungen bestätigt oder weiter infrage gestellt werden können.“

hik