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Kyffhäuser lösen sich zum Jahresende auf

Jembke Kyffhäuser lösen sich zum Jahresende auf

Jembke. Schluss, aus, vorbei: Mit Beginn des neuen Jahres ist die Kyffhäuserkameradschaft Jembke Geschichte. Nach 118 Jahren löst sich der Verein auf. „So traurig es ist. Wir müssen der Wahrheit ins Auge blicken“, sagte Vorsitzender Horst Petzold bei der letzten Zusammenkunft des Vorstands im Kyffhäuserheim.

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Nach 118 Jahren: Dieter Drobeck (v.l.), Heinrich Ipkendanz, Horst Petzold, Henning Schulze und Werner Müller haben das Ende der Kyffhäuser Kameradschaft Jembke eingeläutet.

Quelle: Jochen Dürheide

Der Vorstand hat sich in der Vergangenheit immer gegen eine Auflösung gewehrt. Vergeblich: Es fehlen einfach die jungen Mitglieder. „Wir sind mittlerweile alle in ein Alter gekommen, in dem wir die immense Arbeit, die zur Aufrechterhaltung unseres Vereinslebens nötig ist, nicht mehr ableisten können“, erklärt Petzold. Er meint die kontinuierliche Pflege und die ständigen Arbeitseinsätze für den Erhalt des Vereinsheims und des gut 2600 Quadratmeter umfassenden Außengeländes mit Grillhütte und Geräteschuppen. Zudem würden die Unterhaltungskosten den finanziellen Rahmen sprengen. „Wir haben 48 Mitglieder. Der Altersschnitt liegt bei 69 Jahren“, so Petzold.

Schon auf der letzten Jahreshauptversammlung im Januar sei abzusehen gewesen, dass sich kein Mitglied mehr finden würde, den Vorsitz zu übernehmen. Deshalb hat der Vorstand nun beschlossen, den Schießbetrieb im benachbarten Schützenheim und die kameradschaftlichen Zusammenkünfte nur noch bis zum Jahresende durchzuführen. Jetzt sei der Tag der Vereinsauflösung gekommen. Die Vereinsfahne werde zur Aufbewahrung in die Hände der Gemeindeverwaltung gegeben.

Was bleibt, sind viele schöne Erinnerungen. Egal ob Schießsport, soziales Engagement, Skatrunden, Unternehmungen der Frauen oder gemeinsame Reisen: „Wir hatten eine tolle Zeit“, sagt Petzold.

Rückblick

1895 gründeten ehemalige Kriegsteilnehmer aus Jembke, Barwedel, Bokensdorf, Tappenbeck, Hoitlingen, Stüde und Grußendorf den Landwehrverein Jembke und Umgebung. Zum ersten Vorsitzenden wählte die Mitgliederversammlung Friederich Fricke aus Jembke.

Mit Beginn des Ersten Weltkriegs 1914 wurde ein Teil der Kameradschaft eingezogen. Einige kehrten nicht mehr zurück. Nach dem Zweiten Weltkrieg trat der Landwehrverein mit Genehmigung der Alliierten 1956 wieder zusammen. 1965 trat der Verein dem Deutschen Soldatenbund Kyffhäuser unter der Bezeichnung Kyffhäuserkameradschaft Jembke bei.

Die Kyffhäuserkameradschaft durchlebte eine positive Entwicklung. Im Mai 1974 wurde die 80-Jahrfeier als Kreisverbandsfest gefeiert. Der Kyffhäuserplatz konnte im August 1981 seiner Bestimmung übergeben werden. Im August 1983 wurde dort unter großer Beteiligung der Vereine das Jembker Wappen übergeben. Gleichzeitig weihte Pastor Ernst Pauer den Gedenkstein für die gefallenen und verstorbenen Kameraden. Das Kyffhäuserheim wurde 1981 bezogen und geht nun in den Besitz der Gemeinde Jembke über.

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