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Gifhorn Stadt Nur noch 7091 Straftaten im Kreis Gifhorn
Gifhorn Gifhorn Stadt Nur noch 7091 Straftaten im Kreis Gifhorn
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20:52 05.03.2018
„Ein tolles Ergebnis“: Statistik-Fachmann Andreas Sosniak, Kripochefin Christin Bartels und Polizeichef Michael Feistel (v.l.) präsentierten die Kriminalitätsstatistik des Kreises Gifhorn für 2017.  Quelle: Cagla Canidar
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Gifhorn

 7091 Straftaten sind der Gifhorner Polizei im vorigen Jahr bekannt geworden. Das waren 373 weniger als im Jahr davor. 4441 Straftaten konnten die Ermittler aufklären – das entspricht einer Quote von 62,63 Prozent (2016: 62,88 Prozent). „Die Zahl der Straftaten ist im freien Fall“, sagt Statistiker Andreas Sosniak zur Trendlinie. „Wir haben ein Zehnjahrestief.“ Bei den Straftaten pro 100.000 Einwohner liege Gifhorn jetzt bei 4058. „Das ist der niedrigste Wert aller Zeiten.“

3253 Tatverdächtige haben die Ermittler 2017 erfasst. 2444 davon sind Erwachsene, 300 Heranwachsende und 384 Kinder und Jugendliche. 624 aller Tatverdächtigen sind nicht deutsch (19,18 Prozent). 76 Prozent der Tatverdächtigen waren Männer.

Bei Körperverletzungen, Bedrohungen, Nötigungen und Stalking gab es im vorigen Jahr 1200 Fälle mit zusammen 1406 Opfern. Im Jahr 2016 waren es noch 1330 Fälle mit 1587 Opfern.

„Die Polizeiinspektion Gifhorn hat ihre Hausaufgaben gemacht“, zog die neue Kripochefin Christin Bartels Bilanz. Das positive Ergebnis komme nicht von ungefähr, sondern sei auch Folge der Arbeit der Ermittler. Es seien entsprechende Schwerpunkte gesetzt worden. Polizeichef Michael Feistel: „Ein tolles Ergebnis.“

Immer seltener greifen Gifhorner zu Gewalt

Das Miteinander im Kreis Gifhorn wird offenbar immer friedfertiger: In den zurück liegenden zehn Jahren hat es noch nie so wenig Rohheitsdelikte gegeben wie 2017, sagt Kripo-Statistiker Andreas Sosniak.

Weniger Rohheitsdelikte: 773 Körperverletzungen gab es 2017, der niedrigste Stand in den vergangenen zehn Jahren. Fälle von häuslicher Gewalt haben zugelegt – aber wahrscheinlich werden jetzt einfach mehr angezeigt als früher. Quelle: Archiv

Er verzeichnete drei so genannte Straftaten gegen das Leben (2016: neun). Und alle drei wurden aufgeklärt. Zum Vergleich: 2012 wurden 14 von 14 Fällen aufgeklärt.

Nicht in der Statistik aufgeführt ist der tote Säugling, den Müllsammler vor einem Jahr bei Knesebeck fanden. Denn dabei sei immer noch nicht klar, ob es überhaupt ein Tötungsdelikt sei, so Sosniak und Kripochefin Christin Bartels. Die Obduktion konnte nicht klären, ob der Säugling tot zur Welt kam oder nach der Geburt umgebracht wurde.

Ermittlungen im Fall des toten Säuglings von Knesebeck laufen noch

Außerdem ist der Fall noch nicht abgeschlossen, die Ermittlungen laufen weiter, sagt Bartels. Die Kriminalisten hoffen immer noch auf entscheidende Hinweise.

Toter Säugling bei Knesebeck: Der Fall ist noch nicht abgeschlossen. Er taucht auch deshalb nicht in der aktuellen Statistik auf, weil immer noch unklar ist, ob überhaupt ein Tötungsdelikt vorliegt. Quelle: Archiv

Die Zahl der Sexualdelikte ist 2017 im Vergleich zum Vorjahr von 69 auf 81 Fälle gestiegen, der langjährige Trend zeige aber nach unten, so Sosniak. So gab es 2012 noch 97 Fälle. Zudem sei die aktuelle Steigerung auch auf eine Gesetzesänderung 2017 zurück zu führen. Seitdem gebe es allein sechs Fälle von sexueller Belästigung, die vorher unter einem anderen Gesetz geahndet worden wären.

87 Fälle im Jahr 2008, jetzt 175: Immer häufiger zeigten Opfer – zu 77 Prozent Frauen – häusliche Gewalt an, sagt Sosniak. Nach seiner Einschätzung gibt es nicht mehr Taten an sich, sondern mehr Frauen, die sie schlicht und einfach anzeigten. „Das Dunkelfeld ist in dem Bereich wahrscheinlich trotzdem sehr hoch.“

Immer seltener fliegen im Kreis Gifhorn die Fäuste: 773 Körperverletzungen hat Sosniak 2017 registriert. „Das ist der niedrigste Stand seit zehn Jahren.“ Im Jahr davor waren es noch 898 Straftaten.

40 Prozent weniger Einbrüche als im Vorjahr

Es ist das Angst-Thema schlechthin für viele Einwohner vor allem in Gifhorn, im Papenteich und in Meinersen. Doch es gab 2017 viel weniger Einbrüche als noch 2016 – so wie Diebstahlsdelikte insgesamt rückläufig sind.

Immer weniger Einbrüche: Die Polizei fühlt sich in ihrem Konzept bestätigt. Quelle: Archiv

Die Zahl der Einbrüche sank um 40 Prozent – von 325 auf 197 Taten. Ihre Aufklärungsquote konnte die Polizei von 15,4 auf 20,3 Prozent steigern. 2015 gab es 278 Einbrüche (2014: 174), die Aufklärung lag bei 23,4 Prozent (22,99). Laut Statistik-Fachmann Andreas Sosniak ist der aktuelle Rückgang auch Folge eines Konzepts mit einem Bündel von Maßnahmen.

Stichwort Spezialisierung: „Es wurde auferlegt, Ermittlungsgruppen mit Mindeststärken aufzustellen, deren Leute sich nur um Einbrüche kümmern“, so Sosniak. Darüber hinaus sicherten spezialisierte Tatortgruppen die Spuren. Man arbeite auch mit Dienststellen in Sachsen-Anhalt zusammen, um möglichst viele Daten und Hinweise zu erlangen und zu vergleichen.

Gifhorns Polizei setzt mehr Personal ein

Die verstärkte Präsenz – sowohl verdeckt, wie auch sichtbar – habe sich bei den Ganoven herumgesprochen, glaubt Polizeichef Michael Feistel. „Wir haben wohl mindestens verdrängt.“ Die Täter dürften sich andere Ziele suchen.

„Das kostet Kraft“, so Feistel. „Unsere Mitarbeiter sind gut beschäftigt.“ Für die Einbruchsprävention müssten andere Aufgaben zurück stecken. „Wir können nicht alles gleichzeitig machen.“

2017 wurden 37 Täter ermittelt. 30 von ihnen waren Deutsche, 14 wohnten selbst in der Tatort-Gemeinde.

Was noch wichtig ist:

„Die Zahl der Diebstahlsdelikte befindet sich im freien Fall“, sagt Statistik-Experte Andreas Sosniak. Gab es im Jahr 2000 noch 4423 Fälle, waren es 2017 2373.

Die Zahl der Auto-Diebstähle sank von 65 im Jahr 2015 und 61 in 2016 auf 39 in 2017. Sosniak: „Das ist der zweitniedrigste Wert seit zehn Jahren.“

Fahrräder werden hochwertiger – und seltener gestohlen. Zwischen 2000 und 2010 waren es jährlich im Durchschnitt 700 Räder, 2017 nur noch 396. Der aktuelle Fünf-Jahres-Mittelwert liege bei 426 Fällen.

Bis auf einen Ausreißer 2015 mit 1468 Fällen sind Delikte rund um Vermögen und Betrug rückläufig, auf nun 1298 Fälle. Darunter Erschleichen von Leistungen (1035), im Internet verkaufte Smartphones, die es gar nicht gab, oder mit rechtswidrig erlangten Kreditkartendaten gekaufte Waren.

Von 4402 aufgeklärten Fällen sind an 298 Fällen Flüchtlinge beteiligt. Ihr Anteil liegt damit bei 6,8 Prozent, 2016 waren es 9,7 Prozent (450 von 4663 Straftaten). Laut Sosniak sind in dieser Gesamtzahl keine Straftaten gegen das Aufenthalts- oder Asylgesetz betrachtet. Womit Flüchtlinge auffielen: Beleidigung, Warenkreditbetrug, Diebstahl, Einbruch, Erschleichen von Leistungen.

Von Dirk Reitmeister

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