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Gifhorn Stadt Knochen für Knochen wird freigelegt
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23:20 01.08.2013
Gruben: Torsten Trebeß weist auf Verfärbungen, die im Profil des Bodens sichtbar sind. Quelle: Christian Opel
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Zu den interessantesten Funden gehören drei parallel verlaufende Gräben mit erhaltenen Holzpfosten und ein Skelett.

Bei den Gruben handelt es sich entgegen früherer Annahmen wohl um menschliche Spuren jüngeren Ursprungs. Grabungsleiter Torsten Trebeß vermutet, dass für den Bau von Häusern der feine, weiße Sand aus dem Boden geschaufelt wurde. Mit der Zeit wurden die Gruben wieder zugeschwemmt - und mit dem Erdreich Steinzeit-Artefakte eingetragen. „Das hat uns erstmal an der Nase rumgeführt“, so Trebeß.

Die Fachleute fanden bearbeitete Feuersteine und Klingen, die Jahrtausende vor Christus für Werkzeuge genutzt wurden. Auch beim Bau der Häuser in der Nachbarschaft hätten Anwohner steinzeitliche Artefakte gefunden.

Trebeß zeigt drei längliche, parallel verlaufende Verfärbungen im Erdreich. Es könnte sich bei den früheren Gräben um den Teil eines monumentalen Erdwerkes handeln. „Es gibt im Braunschweiger Land mehr als 30 davon.“ Sie könnten zur Haltung von Rinderherden genutzt worden sein.

Wegen des hohen Grundwasserspiegels seien in den Gräben Palisaden mit 20 bis 25 Zentimetern Durchmesser erhalten geblieben. Trebeß geht davon aus, dass sie aus der Zeit 3500 bis 3700 vor Christus stammen - das muss jedoch eine Untersuchung klären. Ein Tierskelett haben die Archäologen ausgegraben, es handelt sich vermutlich um einen Hund. Für einen Fund aus der Steinzeit ist es zu gut erhalten - das Tier ist wohl auf dem Acker begraben worden.

co

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