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Gifhorn Stadt Kalte Füße und Kartoffeln schälen
Gifhorn Gifhorn Stadt Kalte Füße und Kartoffeln schälen
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22:45 24.10.2011
Fünf Quadratmeter für zwei Leute: Arne Gliemann (r.) und Marten Schröder teilen sich die alte Proviantkammer auf dem Feuerschiff – und der Ofen ist leider nur Deko. Quelle: Sassen/RaBoe

Im Sommer hat Gliemann sein Abitur am Gymnasium in Fallersleben abgelegt. Und da er noch nicht genau wusste, ob er eine Ausbildung machen oder studieren will, kam ihm das freiwillige Jahr gerade recht. Durch einen Zeitungsartikel erfuhr Gliemann vom Job auf dem Feuerschiff und war sofort Feuer und Flamme dafür: „Das Arbeiten an Maschinen ist genau mein Ding“, sagt der junge Wasbütteler. Als Landwirtssohn habe er schon früh das Basteln und Schrauben an Geräten und Motoren gelernt.

Auf dem Feuerschiff ist er zurzeit mit dem Entrosten und Streichen der Bordwand beschäftigt. Sobald es in drei Wochen ins Winterquartier geht, kommen Arbeiten im Maschinenraum hinzu. „Aber so lange heißt es noch Aufräumen und Betten machen in den Gästezimmern und Kartoffeln schälen in der Kombüse“, sagt Gliemann. Das Feuerschiff Elbe 1 ist nämlich ein Museumsschiff, und an sechs Tagen in der Woche übernachten Gäste in den einstigen Mannschaftsräumen.

Gliemann selbst teilt sich unterdessen die alte fünf Quadratmeter große Proviantkammer mit einem Kollegen: „Wir haben einen Tisch, zwei Schränke und einen Ofen – der steht dort aber leider nur zur Deko und ist nicht angeschlossen.“ Die kalten Füße beim Aufstehen bleiben also.

til

Feuerschiffe dienen in der Seefahrt als Navigationshilfe. Sie sind immer dort an wichtigen Positionen verankert, wo das Errichten eines Leuchtturms nicht oder nur mit hohem Aufwand möglich wäre. Sie verfügen über Leuchtfeuer und Nebelhorn.

  • Das erste Feuerschiff wurde 1770 in der Themsemündung stationiert. In Deutschland ging‘s 1774 los. Im Juli 1988 endete der Einsatz bemannter Feuerschiffe in Deutschland. Sie wurden durch unbemannte Schiffe oder Tonnen ersetzt.
  • Das größte jemals gebaute Feuerschiff der Welt lag auf der Position Elbe 1 und trägt den Namen Bürgermeister O‘Swald II. Das 57,30 Meter lange Schiff gehört heute der Stadt Cuxhaven und wird als Museumsschiff genutzt – Arne Gliemann aus Wasbüttel absolviert darauf zurzeit sein freiwilliges Jahr in der Denkmalpflege.
  • Die O‘Swald II hält noch einen weiteren Rekord: Mit mehr als 50 Unfällen in ihren rund 40 Dienstjahren ist es das am häufigsten gerammte Feuerschiff Europas.