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Immer mehr Arbeit für die Betreuer

Landkreis Gifhorn Immer mehr Arbeit für die Betreuer

Sich um Vorsorgevollmachten kümmern, finanzielle und rechtliche Fragen klären: Immer mehr Menschen im Kreis Gifhorn brauchen Hilfe durch einen Betreuer. Und das ist keine Frage des Alters.

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Hilfe rund um Finanzen: Auch immer mehr junge Leute brauchen Betreuung - weil sie nicht mit Geld umgehen können.

Quelle: Foto: Archiv

Die Betreuungsstelle des Landkreises hatte 1992 noch 250 Fälle. 2013 waren es 807. „Ich habe das Gefühl, dass wir immer mehr junge Leute haben, die ihr Leben nicht in den Griff kriegen“, sagt Dagmar Rübertus von der Betreuungsstelle, die längst nicht nur Alte zu ihren Klienten zählt.

Eines der Probleme seien Schulden. Vielen jungen Leuten entgleiten Rübertus zufolge die Kosten. „Zum Beispiel weil jemand 15 Handys hat - und das ist nicht zu hoch gegriffen“, sagt die Fachfrau. Ein weiteres Problem: Viele zu Betreuende könnten nicht einmal Briefe lesen - etwa von Behörden oder Versicherungen -, weil ihre Rechtschreibkenntnisse dafür nicht ausreichten.

35 Berufsbetreuer gibt es zurzeit im Kreis Gifhorn, sagt Rübertus. Mit dem Neustart des Betreuungsvereins wolle man noch mehr Ehrenamtliche gewinnen, denen der Verein „beim Helfen helfen“ soll - etwa mit Fortbildungen. Karl Steding, ehemaliger Heimleiter der Diakonie, ist bereits dabei und wirbt für ein Engagement: „Es gibt einem selbst auch viel zurück.“

rtm

Schwierige Finanzierung von Betreuungsvereinen

Neustart für Gifhorns Betreuungsverein: Nachdem der bisherige Ende vorigen Jahres seinen Betrieb einstellte, gibt es einen Nachfolger. Gestern unterzeichneten der Landkreis und der neue Betreuungsverein Gifhorn einen Kooperationsvertrag.

22 Jahre lang lief der Betreuungsverein unter Regie des Caritasverbandes. Er hatte zeitweise fünf hauptamtliche Betreuer. Aufgrund veränderter Rahmenbedingungen habe er seine Arbeit zum 31. Dezember einstellen müssen – zwei der Mitarbeiter hatten sich selbstständig gemacht, sagt Martin Wrasmann vom Caritasverband. Dieser und der Landkreis suchten nach einer Nachfolgelösung und fanden mit dem Betreuungsverein Peine einen Partner.

Für den Nachfolger wird es nicht einfacher. „Die Finanzierung von Betreuungsvereinen ist schwierig“, weiß Geschäftsführer Michael Gruber. „Seit 2005 sind die Vergütungen nicht angehoben worden. Die Schere ist so weit auseinander gegangen, dass die Existenz von Betreuungsvereinen auf dem Spiel steht.“

Wie will der neue Verein schaffen, was der alte nicht konnte? Durch die Förderung eines schwer behinderten Mitarbeiters seien neue Mittel akquiriert worden, nennt Gruber ein Beispiel. Außerdem stelle die Kooperation mit dem Landkreis die Zusammenarbeit zwischen beiden „auf eine verlässliche Basis“, so die Kreisverwaltung. Der Landkreis fördert den neuen Betreuungsverein – jedoch wie auch den alten – mit 24.000 Euro jährlich.

Der neue Verein hat zurzeit zwei hauptamtliche Betreuer, Ziel sei es, zwei weitere einzustellen, sagt Gruber. Außerdem wolle man stärker als bisher auf Ehrenamtliche setzen. Einige konnten schon geworben werden, sie treffen sich monatlich zum Austausch in St. Altfrid. Interessierte melden sich unter Tel. 05371-987411.

rtm

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