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IHK-Gutachten: Argumente für den A39-Ausbau

Brome / Boldecker Land IHK-Gutachten: Argumente für den A39-Ausbau

2015 wird der Bundesverkehrswegeplan fortgeschrieben - und darin soll der Weiterbau der A39 als Lückenschluss zwischen Wolfsburg und Lüneburg enthalten sein, wünschen sich Wirtschaftsunternehmen. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Lüneburg-Wolfsburg präsentierte gestern ein Gutachten, das Entscheidungsträger in Berlin überzeugen soll.

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Gutachten zum Lückenschluss: Stephan Kritzinger (r., ProgTrans AG) und Michael Zeinert, Geschäftsführer der IHK, präsentierten gestern das Ergebnis.

Quelle: Britta Schulze

„Wichtig sind Fakten. Wir wollen die Diskussion versachlichen“, sagt Geschäftsführer Michael Zeinert. Das Schweizer Unternehmen ProgTrans erstellte das Gutachten. Argumente für den Lückenschluss: 80 Prozent der Unternehmen könnten von der besseren Erreichbarkeit und niedrigeren Betriebskosten profitieren. Das biete laut Stephan Kritzinger von ProgTrans nicht nur Chancen für Gewerbegebiete wie Warmenau, Vogelsang oder Heinenkamp in Wolfsburg sowie zwölf weitere Entwicklungsgebiete.

Es könne auch helfen, den Bevölkerungsschwund in den Landkreisen zu verlangsamen. Selbst dem Tourismus nütze die A39 mehr als sie schade. Emissionen (Lärm und CO2) würden verringert, die Unfallzahlen seien geringer. Die Alternative - ein Ausbau der B4 - würde dagegen bei Weitem nicht das gleiche Potential schaffen und mit Umgehungsstraßen gleichwohl die Landschaft zerschneiden.

Zeinert versicherte: „Wir sind trotzdem froh, dass das Land Alternativen prüft. Die Erfahrungen mit Bürgerprotesten bei Stuttgart 21 zeigen: Erörterungen müssen öffentlich und nachvollziehbar sein.“ Dass der Kosten-Nutzen-Faktor des A39-Baus mit 1,9 im Vergleich zu anderen Projekten relativ niedrig liegt, sieht Zeinert nicht als Gegenargument. „Da ist der Bedarf durch den wachsenden Seehandel und die Fehmarn-Belt-Querung noch nicht eingerechnet“, meint er.

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A 39: Lückenschluss zwischen Wolfsburg und Lüneburg

Der Weiterbau der A 39 ist lange geplant und ebenso lange umstritten. Befürworter plädieren für die so genannte Hosenträgervariante: In fast gerader Linie würde die A39 dann Wolfsburg mit Lüneburg verbinden (105 Kilometer, 1,1 Milliarden Euro, siehe Karte).

Eine Querverbindung nach etwa der Hälfte der Strecke könnte zum zweiten geplanten Lückenschluss in Sachsen-Anhalt führen, der A14 zwischen Magdeburg und Schwerin (155 Kilometer, 1,25 Milliarden Euro) – gegen die läuft allerdings gerade eine Klage des BUND, der Weiterbau wurde gestoppt.

Gegner der Autobahn argumentieren, ein Ausbau der Bundesstraßen B4 in Niedersachsen und B189 in Sachsen-Anhalt wäre wirtschaftlich und umweltpolitisch sinnvoller. Das Land Niedersachsen prüft zurzeit beide Varianten.

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