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Gifhorn Stadt Heiliger Hain: Gute Heideblüte erwartet
Gifhorn Gifhorn Stadt Heiliger Hain: Gute Heideblüte erwartet
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00:31 10.08.2014
Führt durch den Heiligen Hain: Heinrich Müller (l.) gibt im August wieder sein Wissen um die Heide und ihre Blüte weiter.
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Betzhorn. Seit Jahrzehnten ist das Naturschutzgebiet Heiliger Hain ein beliebtes Ausflugsziel. Nicht nur zur Heideblüte, aber dann ganz besonders. Und die soll laut Kultur- und Landschaftsführer Heinrich Müller in diesem Jahr wieder sehr gut werden.

Von August bis September zeigt sich das Heidekraut von seiner besten - sprich violetten - Seite. Wenn das Wetter in den Vormonaten, vor allem im Juni, wenn die Heide austreibt, gut für die Pflanzen war.

„Und das war es. Die Hitze der letzten Wochen hat dem Kraut nicht viel ausgemacht. Der viele Regen zwischendurch hat für ausreichend Feuchtigkeit gesorgt“, erklärt Müller. Er erwartet, dass die Pflanzen im Heiligen Hain gesund sind und kräftig blühen.

Noch immer nicht so ganz zufrieden ist er dagegen mit dem Zustand der Wacholderbäume. Dem Wacholderbestand hat in den vergangenen Jahren immer wieder der kleine Frostspanner zugesetzt. Allerdings geht es den Bäumen offenbar schon einiges besser als noch 2010, als sie stark befallen waren - unter anderem, weil sie unter den damaligen extremen Wetterverhältnissen gelitten hatten.

Insgesamt vier Führungen hat Müller in diesem Jahr durch den Heiligen Hain angekündigt. Wem die Termine nicht passen, der kann aber auch jederzeit auf eigene Faust losziehen.

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Führungen:

Kultur- und Landschaftsführer Heinrich Müller nimmt Interessierte im August mit in das größte Heidegebiet im Landkreis Gifhorn, den Heiligen Hain bei Betzhorn. Am Dienstag, 12. August, geht es um die Entwicklung der Heide, am Dienstag, 19. August, um ihre Pflege.

Die Heideblüte wird Thema der Führungen am Dienstag und Samstag, 26. und 30. August, sein. Ihr prägendes, violettfarbenes Gesicht setzt die Heide jedes Jahr von August bis weit in den September hinein während der Blüte des Heidekrauts auf.

Treffen zu den Führungen ist jeweils um 14.30 Uhr auf dem Parkplatz am Heiligen Hain bei Betzhorn. Die Teilnahme kostet zwei Euro, Kinder bis 14 Jahre zahlen nichts. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.

Entstehung:

Bis vor 4000 Jahren bestand die Landschaft der Lüneburger Heide vorwiegend aus Eichen- und Birkenwäldern, bevor der Mensch begann, die Wälder zu roden, um Acker- und Weideland zu gewinnen.

Als Folge der Rodung und der intensiven Nutzung der Äcker ohne ausreichenden Dünger verarmte der Boden, so dass nur anspruchslose Pflanzen wie die gemeine Besenheide, die Calluna vulgaris, gediehen. Die Heidschnucken, bei denen die Heide als Futter beliebt war, sorgten durch Verbiss aller übrigen Pflanzen für die Entstehung der Heideflächen, wie sie bis Ende des 18. Jahrhunderts die Landschaft der Lüneburger Heide prägte. Im Wandel der Zeit ist es nötig geworden, dass der Mensch heute wieder eingreifen muss, um die bestehenden Heideflächen zu erhalten.

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