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Großes AZ-Interview zum Isenbütteler Kultursommer

„In Flaschen steckt mehr, als rauskommt“ Großes AZ-Interview zum Isenbütteler Kultursommer

Für feucht-fröhliche Stimmung will das Glas-Blas-Sing-Quintett beim Isenbütteler Kultursommer am Samstag, 31. Juli, sorgen. AZ-Redakteur Bastian Till Nowak sprach mit Frontmann Andreas Lubert (34) über leere Flaschen als Instrumente, einen geschickten Marketingcoup und Fahrrad fahrende Katzen.

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Keine Macht den Dosen: Das Glas-Blas-Sing-Quintett tritt am Samstag, 31. Juli, beim Kultursommer auf dem Isenbütteler Festplatz auf.

AZ: Ihr macht Liedgut auf Leergut – hat es für richtige Instrumente nicht gereicht?
Lubert: Doch, aber die stehen jetzt in der Ecke und verstauben. Die Flaschen haben sich als sehr gute Instrumente erwiesen, die viele Leute begeistern. Wir haben gar keine Zeit mehr für die richtigen – das ist zwar manchmal schade, aber mit den Flaschen lässt sich mehr Geld verdienen.

AZ: Zumindest die Besucherzahlen geben Dir Recht. Die gecoverten und auf Flaschen gespielten Songs kommen gut beim Publikum an. In Isenbüttel tretet Ihr nun mit Eurem neuen Programm „Keine Macht den Dosen“ auf – worauf können sich die Zuschauer freuen?
Lubert: Wir haben unser Konzept konsequent weiterentwickelt. Man kann auf Flaschen ja nicht nur blasen, sondern auch ploppen und sie als Percussion-Instrument nutzen. Ein Großteil des neuen Programms besteht zudem aus komplett eigenen Songs.

AZ: Ihr covert also nicht mehr nur, sondern schreibt inzwischen selbst. Werden dabei die Flaschen erst geleert und dann die Texte geschrieben – oder umgekehrt?
Lubert: Mittlerweile stehen die Flaschen schon gestimmt in der Ecke, und wir können jederzeit auf sie zurückgreifen. Wir leeren bei unseren Proben aber immer noch gern ein paar Ersatzinstrumente.

AZ: Und dabei kommen dann die Ideen für neue Lieder?
Lubert: Häufig, aber nicht nur! Wir haben zum Beispiel ein Lied über eine Fahrrad fahrende Katze. Die Idee kam uns, als wir eine Katze belauscht haben. Die hat in ihrem Katzenklo nämlich so sehr herumgescharrt, dass es sich anhörte, als ob jemand seinen alten Fahrradreifen aufpumpt.

AZ: Eine halbleere Bierflasche in die Hand nehmen, den Flaschenhals am Mund ansetzen, über die Öffnung pusten und dabei Töne erzeugen kann nahezu jeder Kneipengast. Was ist das besondere an Eurer Show?
Lubert: Wir pfeifen nicht bloß irgendwelche Melodien, sondern haben eine riesige Bandbreite. Angefangen bei klassischen Stücken über Hip-Hop, Rock und Pop bis hin zu Chansons. Und wir sind noch an keinem Lied gescheitert, das wir uns vorgenommen haben – das unterscheidet uns wohl von den meisten anderen Kneipengästen.

AZ: Bei Euch dreht sich alles um die Flasche. In Eurem Internetshop verkauft Ihr Flaschenöffner als Stimmschlüssel und Bierdeckel als Instrumentenständer. Ist das nur ein geschickter Marketingcoup, mit dem sich aus Pfand noch richtig Profit schlagen lässt?
Lubert: Nein, natürlich nicht. Diese Produkte sind sehr hochwertig und sollten in keinem Haushalt fehlen.

AZ: Und wieso habt Ihr Euch auf die Flasche festgelegt?
Lubert: Sie ist wahnsinnig vielseitig. In ihr steckt viel mehr drin, als rauskommt.

AZ: Zuletzt noch eine persönliche Frage: Viele Künstler arbeiten bekanntlich autobiographisch. Was bist Du: Trinker, Flasche oder beides?
Lubert (lacht): Wenn ich mich entscheiden muss, dann wohl eher Trinker. Ich mag immer noch gerne Bier und habe es längst nicht über. Außerdem gibt es noch so viele Sorten an unseren mehr als 100 Spielstätten pro Jahr zu entdecken.

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