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Gifhorn Stadt Gesundheitsamt schlägt Alarm: Zwölf Schüler an Krätze erkrankt
Gifhorn Gifhorn Stadt Gesundheitsamt schlägt Alarm: Zwölf Schüler an Krätze erkrankt
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22:00 02.12.2016
Hygiene bei Krätze: 24 Stunden nach der Behandlung sind Wäsche und Bettzeug mit mindestens 60 Grad zu waschen. Quelle: Archiv
GIfhorn

Betroffen sind Schülerinnen und Schüler von achten Klassen und älter, die in jüngster Zeit Ausflüge gemacht haben. Amtsarzt Josef Kraft hat da bereits einen Verdacht: Sie dürften sich bei einer Klassenfahrt in einer Gemeinschaftseinrichtung angesteckt haben. Doch die Quelle zu finden, „ist das Problem bei Krätze“. Die Inkubationszeit betrage bis zu sechs Wochen. Da könne viel passieren, gebe es viele Gelegenheiten zu Körperkontakten. Zum Beispiel auch bei Übernachtungsbesuchen bei Freunden. „Krätze ist hochansteckend bei engem Kontakt.“ Es sei nicht gefährlich, aber mit sehr unangenehmem Juckreiz verbunden.

Entsprechend aufwändig sind die Maßnahmen. Die Betroffenen bekommen eine Behandlung mit Salbe und Tabletten, ihre Familien nehmen vorsorglich Tabletten. An den Schulen seien Broschüren in mehreren Sprachen verteilt worden - betroffen seien allerdings hauptsächlich deutsche Schüler. An Kindergärten seien zurzeit keine Fälle bekannt. Ebenfalls unklar sind Einzelfälle im privaten Umfeld. Kraft: „Diese Krankheit ist nur meldepflichtig, wenn sie in Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen und Kindergärten auftritt.“

Einzelne Fälle an Schulen habe es in den zurückliegenden Jahren immer wieder mal gegeben, sagt Kraft. In dem jetzigen Ausmaß sei der Ausbruch eher ungewöhnlich.

Im normalen Schulalltag sei die Ansteckungsgefahr eher gering, so Kraft. „Es sei denn, Jungs raufen.“ Sollten weitere Schüler erkranken, würden sie nach Hause und zum Arzt geschickt. Kraft empfiehlt, auf Übernachtungsbesuche zu verzichten. Das Wochenende komme dem Kampf gegen die Verbreitung entgegen: „Wenn es alle richtig durchziehen, sind wir das Problem bald los.“

Ansteckung und Behandlung

Krätze ist eine parasitäre Hautkrankheit und wird durch halbkugelförmige, 0,3 bis 0,5 Millimeter kleine Milbenweibchen verursacht, die sich in die Oberhaut bohren und dort in den Kanälen Kotballen und Eier ablegen. Die Betroffenen stecken sich über Körperkontakt oder über Wäsche und Bettzeug an. Die Inkubationszeit beträgt bis zu sechs Wochen. Die Krankheit wird mit Salbe und neuerdings auch mit Tabletten behandelt. „Die gesamte Familie muss behandelt werden“, sagt Amtsarzt Josef Kraft. Kontaktpersonen, die nicht erkrankt sind, nehmen ebenfalls die Tabletten zur Vorsorge. Wichtig: „Nach Behandlung 24 Stunden lang keine Wäsche und keine Bettwäsche wechseln“, erläutert Kraft. Erst danach müsse diese mit mindestens 60 Grad gewaschen werden.

rtm

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