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Gesetz verhindert Ausbildung

Ummern Gesetz verhindert Ausbildung

Ummern. Shirin Koch kann ihre Ausbildung zur Altenpflegerin nicht antreten - weil sie den falschen Schulabschluss hat.

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Altenpflege: Trotz Fachkräftemangels werden nicht alle Ausbildungswilligen auch ausgebildet.

Quelle: Stefan Trappe

Shirin Koch ist sauer. Die 17-Jährige hat gerade ihren Hauptschulabschluss in der Tasche und wollte eine Ausbildung zur Altenpflegerin machen. Sogar eine Zusage hatte sie schon. Doch jetzt muss sie ein weiteres Jahr zur Schule. Denn sie braucht für ihren Berufswunsch den Realschulabschluss oder eine zehnjährige Schulzeit.

Nach der 9. Klasse ging sie von der Hauptschule ab - mit 1,4 Notendurchschnitt. Ihr Berufswunsch: Altenpflegerin. „Ich hatte schon Praktika in dem Bereich gemacht, mit besten Beurteilungen. Und ich hatte eine feste Ausbildungsplatzzusage.“

Doch dann wurde Koch von der Berufsschule abgelehnt. Sie müsse den Realschulabschluss vorweisen oder den Hauptschulabschluss und eine zweijährige erfolgreich abgeschlossene Ausbildung. Für sie ist das zusätzliche Schuljahr verloren - sie verdient nichts, kann keine Rentenbeiträge erarbeiten.

Rainer Rode, ihr ehemaliger Lehrer, hat das Kultusministerium angeschrieben, nach Möglichkeiten gefragt. Knappe Antwort: Das entsprechende Gesetz von 2003 sieht keine Ausnahmeregelungen vor.

„Ein Unding“, so Rode. „Dabei fehlen uns die jungen Leute, die Altenpfleger werden wollen. Und ich kenne Realschüler, die den Job nach wenigen Tagen hingeschmissen haben, der passende Schulabschluss ist also keine Garantie. Shirin dagegen kennt die Arbeit durch die Praktika. Da müssen wir in Deutschland einfach flexibler werden.“

Angesichts des drohenden Fachkräftemangels – in den kommenden Jahren sollen bundesweit rund 380.000 Altenpfleger fehlen – gibt es Bemühungen, mehr Schulabgänger für den Beruf zu interessieren. So erhalten sie beispielsweise heute beim Besuch einer Fachschule Geld, anstatt den Besuch selbst bezahlen zu müssen wie früher. In Niedersachsen stieg die Zahl der Altenpflegeschüler seit 2005 permanent auf zuletzt 6582 im vergangenen Jahr. Auf der anderen Seite steht nicht nur der steigende Bedarf an Altenpflegern durch den demografischen Wandel, sondern auch die immer kürzere Verweildauer im Beruf – laut einer Bertelsmann-Studie bei knapp sieben Jahren. Das Gesetz über Altenpflegeberufe stammt übrigens aus dem Jahr 2003 – die Situation im Land hat sich seither geändert.

ba

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