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Gern engagiert: Drei Kirchenvorsteher berichten

Kirchenvorstandswahlen 2018 Gern engagiert: Drei Kirchenvorsteher berichten

Sonnhild Baucke lacht, als sie sich an ihre Anfänge als Kirchenvorsteherin erinnert: „Als mich der Pfarrer angesprochen hat, habe ich gedacht: Ich doch nicht! Dafür müsste ich doch die Bibel kennen.“

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Kirche lebt vom Mit-Machen: Sylvia Pfannschmidt (v.l.), Sonnhild Baucke, Anke Driesner und Dr. Hartmut Schmidt werben für die Kirchenvorstandswahlen.

Quelle: Christina Rudert

Gifhorn. Der Pfarrer blieb hartnäckig, und heute, Jahrzehnte später, fällt der Kirchenvorsteherin der Martin-Luther-Gemeinde in Gifhorn nur noch ein Grund ein, der gegen eine Mitarbeit in diesem Gremium spräche: „Wenn jemand absoluter Kirchengegner ist.“

Bereut hat sie ihr damaliges Ja ebenso wenig wie Dr. Hartmut Schmidt, ebenfalls aus der Martin-Luther-Gemeinde. „Ich bin in der kirchlichen Jugendarbeit aufgewachsen.“ Habe man ihm anfangs noch davon abgeraten, in so einem Gremium mitzuarbeiten – zu formal –, sei ihm später bewusst geworden, dass es ohne so ein Gremium nicht geht. Schon allein deshalb nicht, weil „Gemeinde immer eingebunden ist in den gesamtkirchlichen Zusammenhang“. Superintendentin Sylvia Pfannschmidt: „Es geht im Kirchenvorstand um die Gestaltung kirchlichen Lebens.“

Von A wie Arbeitgeber bis Z wie Zeit für Sitzungen – die Vielfalt ist enorm. Das ist es auch, was Anke Driesner aus der St. Johannis-Gemeinde in Wesendorf angelockt hat: „Ich hätte vorher nicht gedacht, dass das so vielseitig ist.“ Ob die Begleitung eines Bauvorhabens, die Planung eines Gemeindefestes, der Besuchsdienst für Senioren oder die Aufstellung eines Finanzplans, alles gehört dazu. „Zum Glück muss nicht jeder alles können, sondern man kann sich gemäß seiner Fähigkeiten in Ausschüssen einbringen.“ Schmidt spricht von wechselseitiger Ergänzung: „Der eine versteht einen Gesetzestext, der andere ist kommunikativ.“ Gebraucht wird beides.

So bunt ist die Arbeit im Kirchenvorstand

So bunt ist die Arbeit im Kirchenvorstand: Mit einer Postkarte wirbt der Kirchenkreis Gifhorn um Kandidaten.

Quelle: Kirchenkreis

Anke Driesner stellt aber auch fest: „Ich mache Dinge, die ich mir nie zugetraut hätte.“ Zum Beispiel als Lektorin Gottesdienste gestalten und halten: „Nie hätte ich gedacht, dass ich mich mal da vorne vor eine Gemeinde stelle.“ Die Kirchenvorsteher werden allerdings auch nicht einfach ins kalte Wasser geworfen: „Es gibt Fortbildungsmöglichkeiten zu allen Themen, die man sich nur vorstellen kann“, sagt Schmidt. „Und das sind alles Sachen, die man nicht nur für die Arbeit im Kirchenvorstand brauchen kann, sondern die mir auch sonst schon viel gebracht haben“, ergänzt Sonnhild Baucke, die für sich selber feststellt: „Ich habe mich in den bald drei Jahrzehnten im Kirchenvorstand enorm weiter entwickelt, ich habe Gelassenheit und Selbstbewusstsein bekommen.“

Dabei warnt Sylvia Pfannschmidt davor, permanent eitel Sonnenschein zu erwarten. „Im Kirchenvorstand muss man über den Tellerrand der eigenen Gemeinde hinaus blicken und bereit sein, auch mal eine Entscheidung zu treffen, die unbequem ist.“

Von Christina Rudert

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