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Geiselnahme: Angeklagte geben Tatbeteiligung zu

Prozess am Landgericht Geiselnahme: Angeklagte geben Tatbeteiligung zu

Das Nachspiel der Messerattacke vom März 2017 geht weiter: Den fünf Brüdern (23, 25, 30, 31 und 34 Jahre) des 28-jährigen Opfers wird vor dem Landgericht Hildesheim Geiselnahme vorgeworfen (AZ berichtete).  Um zu erfahren, wo sich der flüchtige Täter versteckt, sollen die Männer seinen 36-jährigen Bruder verprügelt und gefesselt haben – so die Staatsanwaltschaft.

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Prozess um Gifhorner Geiselnahme: Drei Beschuldigte gaben eine Tatbeteiligung zu.
 

Quelle: Bettina Reese

Hildesheim. Der älteste Angeklagte (34) gab durch seinen Verteidiger eine Erklärung zu dem Vorwurf ab. Er sei fassungslos und schockiert nach der Attacke auf seinen Bruder gewesen. Aus Angst vor dem flüchtigen Täter habe die gesamte Familie ihre Kinder zur Schule gefahren. Die Frauen wurden gebeten, nicht mehr allein auf die Straße zu gehen. Aus Schutz für sich und seine Familie habe er sich eine Waffe besorgt.

Sein 31-jähriger Bruder habe ein Treffen mit dem 36-jährigen Bruder des Täters vereinbart. Man wollte mehr über das Motiv des Täters erfahren. Im Elternhaus der Brüder sei es dann erst zu einem Gespräch gekommen. Der 36-Jährige habe den Aufenthaltsort seines Bruders nicht nennen können. Da habe der 34-Jährige das Gefühl bekommen, dass er Zeit für die Flucht des Bruders schinden wolle. Daraufhin habe er die Nerven verloren, erst mit der Hand, dann mit einem Stock zugeschlagen. Er bedauere, die Kontrolle verloren zu haben, und schäme sich dafür.

Die Brüder (34, 31, 30) gaben eine Tatbeteiligung zu. Die drei haben bereits 6000 Euro Schmerzensgeld an den 36-Jährigen gezahlt, der auch als Zeuge gehört wurde. Die Entschuldigungen der Angeklagten nahm der 36-Jährige an und wünschte sich eine Aussöhnung mit ihnen. Der 23-jährige und der 25-jährige Angeklagte sagten in der Verhandlung nicht aus.

Vorsitzende Richterin Karin Brönstrup entschied, das Verfahren gegen den jüngsten Angeklagten abzutrennen. Der schwer erkrankte Mann war sichtlich nicht mehr in der Lage, weiter am Verfahren teilzunehmen. Da er bereits sechs Monate in Untersuchungshaft saß, wurde sein Haftbefehl gegen Auflagen aufgehoben. Das Verfahren wird am Freitag fortgesetzt.

Von Bettina Reese

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