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Geh weg vom Gehweg: Das ist eine Gehbahn!

Isenbüttel Geh weg vom Gehweg: Das ist eine Gehbahn!

Isenbüttel. Es gibt Gehwege und es gibt Straßen - und den Unterschied erkennt man unschwer daran, dass auf der einen Seite gegangen und auf der anderen gefahren wird. Weil aber findige Juristen immer etwas zu tun brauchen, gibt es jetzt etwas Neues: Gehbahnen! Und weil‘s nicht nur findige Juristen, sondern auch findige Bürger gibt, ist das nun ein Thema für den Isenbütteler Samtgemeinderat.

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Aha: Das ist kein Gehweg, das ist eine Gehbahn.

Quelle: Photowerk (mpu)

Überall dort, wo Straße und Gehweg nicht durch einen Bordstein abgetrennt, sondern lediglich andersfarbig gepflastert sind, gibt es nun gar keine Gehwege mehr - also in fast allen Baugebieten der vergangenen Jahre. Nun müssen die Fußgänger aber zum Glück nicht auf der Straße gehen, sie dürfen den vom Gesetzgeber vorgesehenen andersfarbig gepflasterten Bereich nutzen. Weil „andersfarbig gepflasterter Bereich“ aber wenig sexy klingt, nennt man das Ganze nun Gehbahn.

Weil aber in der Straßenreinigungs-Satzung nur von Gehwegen die Rede ist, nicht aber von Gehbahnen, brauchen all jene, deren Haus nicht an einem Gehweg steht, sondern an einer Gehbahn, ihren Gehweg nun nicht mehr zu kehren - ähm, Verzeihung: ...ihre Gehbahn nicht mehr zu kehren.

Und weil mancher Bürger in der Vergangenheit lieber in der kuscheligen Stube blieb, anstatt den Gehweg zu kehren, teilte ihnen das Ordnungsamt hoch offiziell mit, dass sie ihrer - in der Satzung festgeschriebenen - Pflicht nachzukommen haben. Und was taten die findigen Bürger? Sie griffen nach der klaren Ansage vom Amt natürlich nicht zum Besen, sie konsultierten lieber einen Anwalt. Und dann erklärten sie dem Amt, dass sie ihren Gehweg ja gar nicht zu kehren brauchen. Denn da gibt es ja gar keinen Gehweg vor ihrer Tür, sondern bloß eine Gehbahn. Und davon ist in der Satzung ja nicht die Rede.

Und anstatt nun selbst Tag für Tag vor den Haustüren völlig fremder, dafür aber findiger Bürger zu kehren, entschied sich Ordnungsamtsleiterin Renate Schween dafür, lieber die Satzung zu ändern. Da stehen dann künftig nicht mehr nur Gehwege, sondern auch diese neuen und super coolen Gehbahnen drin. Und dann ist Schluss mit lustig und es darf wieder gekehrt werden.

Von Bastian Till Nowak

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