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Für Menschen zu viel, für Schwalben zu wenig

Mückenpopulation im Kreis Gifhorn Für Menschen zu viel, für Schwalben zu wenig

„Fortuna lächelt, doch sie vermag nicht vollends zu beglücken. Schenkt sie uns einen Sommertag, so schenkt sie uns auch Mücken.“ Das wusste schon Wilhelm Busch. Wie sieht es eigentlich in diesem Jahr mit den Plagegeistern im Kreis Gifhorn aus? Fachleute haben da vorsichtige Einschätzungen.

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Plagegeister: Subjektiv gibt es im Sommer immer zu viele Mücken, anscheinend aber gibt es nicht mehr genug, um Schwalben und Mauersegler satt zu machen.

Quelle: dpa

Kreis Gifhorn. Droht dem Kreis Gifhorn eine Mückenplage? Fachleute haben unterschiedliche Einschätzungen. Offenbar sind die Vorkommen regional sehr unterschiedlich. Allgemein könnte es seit Jahren inzwischen sogar zu wenig Insekten geben.

Thomas Reuter ist froh, dass Mücken nicht auf ihn fliegen. Der Sprecher der Kreisjägerschaft hat deshalb abends auf dem Hochsitz keine Scherereien. Gleichwohl habe ein Treffen der Jäger an der Pockenhütte neulich abgesagt werden müssen. „Da draußen konnte man nicht sitzen.“ Gerade im Wald gebe es zurzeit jede Menge Plagegeister. „Aber das ist subjektiv. Es kann auch nur bestimmte Stellen treffen.“

Regionale Unterschiede stellt auch Reinhold Spatz vom Kleingartenverein Vor der Steinriede fest. Auf seiner Scholle habe er keine Probleme, aber neulich beim Besuch in Hahnenhorn: „Da war richtig was los.“ Die Mücken und Bremsen seien „sowas von aggressiv, auch tagsüber“, gewesen.

Immer Mücken um die Ohren haben die Mitarbeiter vom Aller-Ohre-Verband. „Nicht mehr als sonst“, ist der Eindruck von Rolf Buhmann. Jedenfalls hätten seine Leute noch nicht von Außergewöhnlichem berichtet. Und ohne die handelsüblichen Pumpsprays seien sie eh nicht unterwegs.

„Erheblich mehr Bremsen, bei der Mücke wie immer“, ist der Eindruck von Bezirksförster Ernst-Christian Schölkmann. „Das wird sich in den nächsten Wochen ändern. Wir haben überall Pfützen.“ Die nun auch länger bleiben und nicht mehr so schnell austrocknen. Folge: „Jetzt wird sich eine Mückenpopulation entwickeln.“

Bärbel Rogoschik ist das Gegenteil von Thomas Reuter, sie wird gern von den Mücken angesteuert. Und dennoch: „Ich würde noch nicht von einem Mückenjahr reden.“ So sehr sie die Plagegeister fern wünscht, stellt sie als Leiterin des Nabu-Artenschutzzentrums in Leiferde doch fest, dass sie fehlen. Denn das Artenschutzzentrum müsse immer mehr Schwalben und Mauersegler durchfüttern. Leute riefen an, weil sie sich über aufgegebene Vogelnester wunderten. Für Rogoschik klare Zeichen, dass den Vögeln die Mücken als Nahrung fehlen. Auch am eigenen Gartenteich halte sich das Mückenaufkommen in Grenzen. „Da müsste jetzt eigentlich der Bär los sein.“

Schölkmann beobachtet ebenfalls, dass es immer weniger Insekten gibt. „Das wird ein Politikum.“

Von Dirk Reitmeister

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