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Frost-Frust mit Bahnübergängen

Gifhorn Frost-Frust mit Bahnübergängen

Gifhorn. Eigentlich soll Streusalz bei Frost den Verkehr am Laufen halten an Gifhorner Bahnübergängen bewirkt es das Gegenteil.

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Handbetrieb: Sascha Rudolphsen sichert den Bahnübergang Freitagsmoor, weil die Signalanlage defekt ist.

Quelle: Photowerk (sp)

Handbetrieb am Bahnübergang: Seit Freitag schließen Streckenposten den Bahnübergang am Freitagsmoor in Gifhorn mit rotweißem Band, wenn ein Zug kommt - denn die Signalanlage funktioniert wegen des Frosts nicht einwandfrei.

Um 10.27 Uhr ist es wieder so weit. Sascha Rudolphsen hat die Nachricht vom Bahnhof Stadt zum - verspäteten - Zug nach Braunschweig bekommen. Er steigt aus seinem Polo aus und sperrt mit rotweißem Band den Bahnübergang. Autos halten, der Zug fährt durch, Rudolphsen rollt die Bänder wieder zusammen und steigt wieder in seinen Polo ein.

Ansonsten besteht der Job aus Warten. Seit 5 Uhr ist er im Dienst, nach acht Stunden wird er abgelöst. „Gut, dass ich genug Kaffee dabei habe“, sagt der 28-jährige Sicherheitsmann für Bahnbaustellen schmunzelnd. Wenn er nicht gerade defekte Bahnübergänge sichert, baut er jene Warnanlagen mit so genannten Typhoon-Signalhörnern auf, die Gleisbauer vor herannahenden Zügen warnen. Seit Freitag ist er täglich am Freitagsmoor im Einsatz. Im Auto läuft das Radio. „Irgendetwas muss im Hintergrund sein.“ Ab und zu schaltet er den Motor an, damit es im Auto warm bleibt. Hat er nichts zu lesen dabei? Nein, das sei nicht sein Ding.

Erst in knapp anderthalb Stunden muss Rudolphsen wieder aussteigen, wenn der Bahnhof Gifhorn ihm den Zug nach Uelzen meldet. „Es gibt Strecken, die sind noch seltener befahren.“

Bald Abhilfe am Calberlaher Damm?

Wie lange noch wird die Signaltechnik am Bahnübergang mit Kreuzung Calberlaher Damm/Ecke Fallerslebener Straße in den Froststreik treten? Die Bahn verspricht jetzt eine Nachrüstung – und führt erste Gespräche mit der Stadt über eine komplette Erneuerung. Doch die ist noch Zukunftsmusik.

Über einen so genannten Gleisstromkreis schließt ein Zug beim Überfahren des Bahnübergangs einen Kontakt, der ein Signal ans Stellwerk abgibt: „Schranke auf, Schranke zu wird damit bewirkt“, erläutert Bahnsprecherin Sabine Brunkhorst. Bei Frost schließe Streusalz in Verbindung mit Wasser diesen Kontakt kurz: „Der Bahnübergang denkt, da ist ein Zug.“ Deshalb sei der Winterdienst gebeten worden, am Bahnübergang nur Sand und Splitt zu streuen.

Doch nun will die Bahn die Gleisstromkontakte durch ein anderes System, so genannte Belegtmelder, ersetzen. „Wir hoffen, das in den kommenden Wochen umsetzen zu können.“ Darüber hinaus stehe die Bahn in Kontakt mit der Kommune zum Thema Erneuerung, so Brunkhorst. Doch damit sei man erst am Anfang. „Das wird noch dauern.“

Ähnliche Probleme gibt es mit Streusalz am Freitagsmoor. Zwar blinke das Warnsignal dort, dennoch sei ein Streckenposten zurzeit im Einsatz. Brunkhorst: „Wir können nicht garantieren, dass der Bahnübergang immer funktioniert.“ Es sei wie eine Art Wackelkontakt.

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