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Försterkamp als Millionengrab?

Isenbüttel Försterkamp als Millionengrab?

Isenbüttel. „Die Argumentation der Gemeinde ist nachvollziehbar, nur die Kosten müssen im Rahmen bleiben“, sagt Gerhard Lippert, Haushaltsreferent beim Bund der Steuerzahler, zur geplanten Entlastungsstraße Försterkamp. Nach Hinweisen aus der Isenbütteler Bevölkerung ist er einer möglichen Steuerverschwendung nachgegangen – „und wir bleiben auf jeden Fall dran“. Die AZ dokumentiert seinen Schriftwechsel mit Bürgermeister Peter Zimmermann in gekürter Fassung.

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Das fragte der Steuerzahler-Bund

Aus Kreisen der Bevölkerung wird uns gegenüber kritisiert, dass die Gemeinde Isenbüttel den Bau einer Verbindungsstraße vom Försterkamp (Königsberger Straße) zum Reuter-anger und zur Gifhorner Straße (L 292) planen soll. Die Notwendigkeit und die Wirtschaftlichkeit der neuen Straßenverbindung werden uns gegenüber in Zweifel gezogen. So sei es nicht zwingend erforderlich, dass das Wohngebiet eine zweite Verkehrsanbindung erhalte. In Notfällen bestünde die Möglichkeit einer behelfsmäßigen Zufahrt über den Triftweg. Über ihn könne auch der bislang einzige Zu- und Abgang über die Liststraße und die dortige Engstelle Bahnunterführung entschärft werden.

Unter Kostengesichtspunkten wird kritisch angemerkt, dass das kurze Straßenstück die Riede und die Bahntrasse kreuze. Entsprechende Brücken würden die Kosten unangemessen in die Höhe treiben.

Der Sachverhalt ist für den Bund der Steuerzahler von Interesse. Wir bitten deshalb höflich um Ihre Stellungnahme. Dabei interessiert uns insbesondere, wie hoch voraussichtlich die Kosten für die neue Straßenverbindung zu beziffern sind, wie sie finanziert werden sollen und wie die Straßenverbindung aus gemeindlicher Sicht angesichts des Gebots der sparsamen und wirtschaftlichen Mittelverwendung gerechtfertigt werden kann.

Mit freundlichen Grüßen

Bund der der Steuerzahler
Niedersachsen und Bremen e.V.

Gerhard Lippert

Das antwortete der Isenbütteler Bürgermeister Peter Zimmermann

Aufgrund Ihrer Fragestellungen gehe ich davon aus, dass Ihnen die örtlichen Verhältnisse nicht bekannt sein dürften und die von Ihnen genannten „Kreise der Bevölkerung“ der geplanten Straße sicherlich auch aus anderen Gründen kritisch gegenüberstehen. Ein Grund liegt überwiegend in der persönlichen Betroffenheit einzelner Personen durch eine höhere Verkehrsbelastung der Königsberger Straße. Eine deutlich höhere Zahl von Einwohnern wird aber von der Straße deutliche Vorteile zu erwarten haben.

Selbstverständlich ist die gewünschte Entlastung der L 292 nur ein einzelnes Argument für die Erstellung der Verbindungsstraße zwischen Königsberger Straße und Reuteranger. Ein deutlich wichtigerer Grund ist jedoch die unzureichende Erschließung des Wohngebietes Försterkamp nördlich der Bahntrasse.

Um ins Wohngebiet zu gelangen ist es notwendig, die Bahnstrecke durch eine im Kurvenbereich einer Tempo-30-Zone befindliche, relativ schmale Unterführung mit einer maximalen Durchfahrtshöhe von 3,60 Meter zu queren. Begegnungsverkehr und Radfahrverkehr auf der Fahrbahn führen zusätzlich zu gefährlichen Situationen. Regelmäßig müssen Lieferfahrzeuge oder Möbelwagen vor der Unterführung entladen werden. Angesichts einer betroffenen Einwohnerzahl von mehr als 1200 Personen – was 20 Prozent der Isenbütteler Bevölkerung entspricht – ist eine derart unzureichende Erschließung dauerhaft nicht hinnehmbar.

Die von Ihnen angeführte Verbindung über den Triftweg ist keineswegs eine behelfsmäßige Zufahrt. Die Königsberger Straße endet derzeit auf einem schmalen Wirtschaftsweg und wird mittels Sperrpollern gesichert. Diese Sperrpoller sind ausschließlich für den Notfall durch Rettungskräfte zu entfernen. Um die Zufahrt zu erreichen wäre die Nutzung des Wirtschaftsweges unter Querung eines unübersichtlichen, unbeschrankten Bahnüberganges erforderlich. Der ausschließlich für land- und forstwirtschaftliche Fahrzeuge zugelassene Weg ist weder von seinen Abmessungen noch von seiner Tragfähigkeit für die dauerhafte Verkehrsbelastung geeignet. Der Ausbau des Wirtschaftsweges wurde aus Kostengründen – eine Eisenbahnbrücke müsste verlegt werden – nicht weiter verfolgt.

Hinsichtlich der von Ihnen gewünschten Auskunft zu den voraussichtlichen Baukosten kann ich derzeit keine Aussage treffen. Die Planung befindet sich erst im Anfangsstadium.

Mit freundlichen Grüßen

Der Bürgermeister

Peter Zimmermann

til

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