Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 8 ° Regenschauer

Navigation:
Flugzeugabsturz mit fünf Toten

Lessien Flugzeugabsturz mit fünf Toten

Lessien. Der Zweite Weltkrieg kam dem kleinen Heidedörfchen Lessien ganz plötzlich und sehr bedrohlich nahe - am 20. Februar jährt sich das Ereignis zum 70. Mal.

Voriger Artikel
Gymnasiasten starten erneut „Run For Help“
Nächster Artikel
Sportler jeden Alters willkommen

Reste des Flugzeugabsturzes in Lessien heute vor 70 Jahren: Winfried Rolke mit einen Trümmerteil und einem Dolch (kl. Foto).

Quelle: Christina Rudert

20. Februar 1944, Frost, Ostwind. Die Lessiener schlafen – oder versuchen es zumindest, während in großer Höhe über dem Dorf die englischen Bomber mit ihrer tödlichen Fracht Richtung Leipzig fliegen. Das Dröhnen ist noch nicht lange verstummt, als eine gewaltige Explosion die Lessiener aus den Betten reißt. Eine viermotorige Lancaster ist um kurz nach Mitternacht über Lessien explodiert. Fünf der sieben Besatzungsmitglieder sind tot, zwei haben gerade noch rechtzeitig den Absprung mit ihren Fallschirmen geschafft.

Wo die Lancaster beschossen wurde, weiß man nicht. „Die Expertenmeinungen gehen auseinander“, sagt Heimatforscher Winfried Rolke. Vermutlich sei die 2000-Kilo-Luftbombe an Bord vor der Bruchlandung explodiert, so dass der Bomber auseinander gerissen wurde.

Die Druckwelle der Explosion zerstörte Fenster und Dächer in weitem Umkreis. Und an den Klärteichen riss die Sprengbombe einen Trichter, den die Kinder später als Badesee nutzten. „Zum Glück sind die Brandbomben nicht explodiert. Hätte der Phosphor etwas entzündet, hätte das ganze Dorf lichterloh gebrannt“, sagt Rolke.

Die fünf Toten der Royal Airforce - zwischen 18 und 22 Jahren alt - wurden auf dem Lessiener Friedhof bestattet. „Das hat dem Dorf bei Kriegsende geholfen“, meint der Heimatforscher. Als die Amerikaner in ihren Panzern anrückten und von den Gräbern erfuhren, „haben sie das Dorf verschont, zumal Lessien sich kampflos ergeben hat“.

Die Flieger wurden später auf einen englischen Ehrenfriedhof in Hannover umgebettet. Die beiden überlebenden Engländer waren nach einem Verhör in ein Straflager gebracht worden, wo sich ihre Spuren verloren.

Für die Lessiener war der Absturz des Fliegers eine Sensation. „Die Kinder krabbelten auf den Trümmerteilen herum, und alle möglichen Teile verschwanden“, sagt Rolke. Zum Beispiel die beiden Maschinengewehre aus der Heckkanzel der Lancaster. „Man hat noch gesehen, dass jemand sie abgeschleppt hat, aber wo sie geblieben sind, weiß niemand mehr.“ Er selber hat viele Jahre nach dem Krieg einen Dolch in die Hand bekommen, „den einer der Flieger im Stiefel getragen haben muss“, zeigt er auf die Prägung. Und ein - ziemlich großes - Trümmerteil der Flugzeughaut befindet sich in seinem Besitz. Das hat er unter einem Haufen Bauschutt östlich des Dorfes entdeckt.

tru

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Nussknacker in der Stadthalle

Hier lesen Sie die Sonderveröffentlichungen von AZ und WAZ zu vielen interessanten Themen. mehr

Chefredakteur Dirk Borth im Freitags-Talk auf Radio21

Dirk Borth, der Chefredakteur der Aller-Zeitung und der Wolfsburger Allgemeinen ist jetzt jeden Freitag um 16.30 Uhr bei Radio21 zu hören. "Borth im Radio" - aktuelle Kommentare aus der Region. mehr

Haben Sie Angst vor der Vogelgrippe?

Was ist los in Gifhorn?

Welche Veranstaltungen gibt es in Wolfsburg, Gifhorn und Umgebung? In unserer Datenbank finden Sie alle Infos. mehr

Ihre Tageszeitung auf dem Tablet lesen: Wir haben die besten Geräte, das passende Zubehör und tolle Angebote! Lassen Sie sich jetzt unverbindlich im AZ/WAZ Media Store beraten. mehr