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Gifhorn Stadt Flugzeugabsturz mit fünf Toten
Gifhorn Gifhorn Stadt Flugzeugabsturz mit fünf Toten
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23:00 19.02.2014
Reste des Flugzeugabsturzes in Lessien heute vor 70 Jahren: Winfried Rolke mit einen Trümmerteil und einem Dolch (kl. Foto). Quelle: Christina Rudert
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20. Februar 1944, Frost, Ostwind. Die Lessiener schlafen – oder versuchen es zumindest, während in großer Höhe über dem Dorf die englischen Bomber mit ihrer tödlichen Fracht Richtung Leipzig fliegen. Das Dröhnen ist noch nicht lange verstummt, als eine gewaltige Explosion die Lessiener aus den Betten reißt. Eine viermotorige Lancaster ist um kurz nach Mitternacht über Lessien explodiert. Fünf der sieben Besatzungsmitglieder sind tot, zwei haben gerade noch rechtzeitig den Absprung mit ihren Fallschirmen geschafft.

Wo die Lancaster beschossen wurde, weiß man nicht. „Die Expertenmeinungen gehen auseinander“, sagt Heimatforscher Winfried Rolke. Vermutlich sei die 2000-Kilo-Luftbombe an Bord vor der Bruchlandung explodiert, so dass der Bomber auseinander gerissen wurde.

Die Druckwelle der Explosion zerstörte Fenster und Dächer in weitem Umkreis. Und an den Klärteichen riss die Sprengbombe einen Trichter, den die Kinder später als Badesee nutzten. „Zum Glück sind die Brandbomben nicht explodiert. Hätte der Phosphor etwas entzündet, hätte das ganze Dorf lichterloh gebrannt“, sagt Rolke.

Die fünf Toten der Royal Airforce - zwischen 18 und 22 Jahren alt - wurden auf dem Lessiener Friedhof bestattet. „Das hat dem Dorf bei Kriegsende geholfen“, meint der Heimatforscher. Als die Amerikaner in ihren Panzern anrückten und von den Gräbern erfuhren, „haben sie das Dorf verschont, zumal Lessien sich kampflos ergeben hat“.

Die Flieger wurden später auf einen englischen Ehrenfriedhof in Hannover umgebettet. Die beiden überlebenden Engländer waren nach einem Verhör in ein Straflager gebracht worden, wo sich ihre Spuren verloren.

Für die Lessiener war der Absturz des Fliegers eine Sensation. „Die Kinder krabbelten auf den Trümmerteilen herum, und alle möglichen Teile verschwanden“, sagt Rolke. Zum Beispiel die beiden Maschinengewehre aus der Heckkanzel der Lancaster. „Man hat noch gesehen, dass jemand sie abgeschleppt hat, aber wo sie geblieben sind, weiß niemand mehr.“ Er selber hat viele Jahre nach dem Krieg einen Dolch in die Hand bekommen, „den einer der Flieger im Stiefel getragen haben muss“, zeigt er auf die Prägung. Und ein - ziemlich großes - Trümmerteil der Flugzeughaut befindet sich in seinem Besitz. Das hat er unter einem Haufen Bauschutt östlich des Dorfes entdeckt.

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