Volltextsuche über das Angebot:

22 ° / 13 ° wolkig

Navigation:
Flüchtlingsheim: Konsequenzen gegen Heimleiter gefordert

Landkreis Gifhorn/Brome Flüchtlingsheim: Konsequenzen gegen Heimleiter gefordert

Nach Vorwürfen gegen einen Flüchtlingsheimbetreiber in Brome hat der niedersächsische Flüchtlingsrat den zuständigen Landkreis Gifhorn aufgefordert, den Vertrag mit dem privaten Sicherheitsunternehmen „Protector Security“ fristlos zu kündigen.

Voriger Artikel
Altstadtfest: Hier gibt's die Bilder
Nächster Artikel
Spaßiger Zwölfkampf an der Grundschule

Vorwürfe gegen Heimleiter: Der Flüchtlingsrat fordert Konsequenzen, während sich die Diakonie von der Einrichtung distanziert.

Quelle: Archiv

„Ob Sicherheitsfirmen für den Bereich der Flüchtlingssozialarbeit die richtige Wahl sind, stellen wir aufgrund vieler Praxisberichte grundsätzlich infrage“, sagte Flüchtlingsrats-Geschäftsführer Kai Weber am Montag in Hannover. Unterdessen distanzierte sich die Diakonie von der Einrichtung in einem früheren diakonischen Altenheim.

Flüchtlinge der kommunalen Sammelunterkunft haben einem Bericht des NDR zufolge schwere Vorwürfe gegen den Betreiber erhoben. Unter anderem würden für Verstöße gegen zum Teil willkürlich festgelegte Regeln Strafzahlungen verlangt. „Wir leben in ständiger Angst. Meine Kinder haben seit vier Tagen das Zimmer nicht verlassen“, berichtete den Angaben zufolge ein Flüchtling dem NDR-Magazin „Hallo Niedersachsen“.

Die Sprecherin des Diakonischen Werkes Wolfsburg, Bettina Enßlen, sagte, am Montag auf epd-Anfrage, ihr Verband habe das Gebäude an den Landkreis vermietet: „Wir haben überhaupt keinen Zugriff auf das, was da passiert.“ Die Mietverträge für das zuletzt lange leerstehende Haus seien geschlossen worden, noch bevor der Betreiber der Flüchtlingsunterkunft feststand.

Der Dachverband „Diakonie in Niedersachsen“ will nach Worten seines Sprechers Sven Quittkat jetzt allerdings darauf drängen, dass das diakonische Markenzeichen Kronenkreuz von dem Haus abmontiert wird. Das Zeichen hängt noch an der Außenwand des nach einem Gründungsvater der Diakonie in der Region benannten „Pastor Bammel Hauses“. „Wenn die Diakonie ein Objekt nicht selbst betreibt, sollte das Logo entfernt werden“, sagte Quittkat. Nur Mitgliedseinrichtungen dürften es führen. „Es hätte bereits mit der Vermietung entfernt werden müssen.“

Der Flüchtlingsrat kritisierte, dass einer Sicherheitsfirma der Zuschlag gegeben wurde, die ihren Auftrag selbst mit „Flüchtlingsbewachung“ beschreibe. Dies spreche nicht für den Landkreis Gifhorn. Andere Landkreise bezögen nicht allein das preisgünstigste Angebot, sondern auch die Qualität des sozialen Betreuungskonzeptes bei der Vergabe mit ein. Weber forderte, der Landkreis müsse für eine Rückzahlung der rechtswidrig erhobenen Strafgelder sorgen. Zudem müsse der Betreiber regelmäßig kontrolliert werden.

Die im NDR erhobenen Vorwürfe richteten sich vor allem gegen den Leiter der Einrichtung, der die Unterkunft mit seinem privaten Sicherheitsunternehmen betreibt. Einen Teil der Vorwürfe habe er eingeräumt, unter anderem, dass er ein brutales Video des sogenannten „Islamischen Staates“ gezeigt habe. Auch einen „manchmal“ rauen Umgangston gegenüber Flüchtlingen bestätigte der Leiter dem NDR schriftlich. Beschwerden über den Mann haben die Flüchtlinge dem NDR zufolge bereits Ende Juli beim zuständigen Landkreis Gifhorn vorgetragen. 

epd

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Gifhorn Stadt
VW-Promi-Fahrsicherheitstraining
Kommunalwahl im Landkreis Gifhorn am 11. September 2016

Am 11. September sind alle Einwohner im Landkreis Gifhorn aufgerufen, über die Zukunft ihrer Kommunen zu entscheiden. mehr

Sollte es auch im kommenden Jahr eine Riesensause stars@ndr2 live in Gifhorn geben?

Was ist los in Gifhorn?

Welche Veranstaltungen gibt es in Wolfsburg, Gifhorn und Umgebung? In unserer Datenbank finden Sie alle Infos. mehr

Alle Nachrichten zum Diesel-Skandal bei VW

Alle Neuigkeiten und Hintergründe zum VW-Abgasskandal finden Sie auf unserer Themenseite. mehr