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Fachkräftemangel hat im Landkreis sichtbare Folgen

Landkreis Gifhorn Fachkräftemangel hat im Landkreis sichtbare Folgen

Landkreis Gifhorn. Die Auftragsbücher der Meisterbetriebe sind voll, aber sie haben viel zu wenig Leute: Den Fachkräftemangel im Handwerk bekommen auch die Auftraggeber - darunter die öffentliche Hand - zu spüren. Ein Boom, der Fachleuten zufolge erstaunlich lange schon anhält.

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Die Lage im Handwerk ist prekär: Kommunen bekommen erste Probleme, überhaupt ihre Aufträge abgearbeitet zu bekommen.

Quelle: dpa

Schäden im Gehweg ausbessern oder neue Steckdosen im Kindergarten installieren: Für die Gemeinde Schwülper werden Ausschreibungen immer mehr zur Lotterie. „Manchmal haben wir nur ein Angebot“, sagt Bürgermeister Uwe-Peter Lestin. „Wenn das dann noch einigermaßen in unsere finanziellen Vorstellungen passt, sind wir richtig glücklich.“ Auch eine andere Folge bekommt Lestin zu spüren: „Die Preissteigerung haben wir schon, es mag auch noch weiter gehen.“ Aktuell zu merken beim Bau der neuen Krippe in Groß Schwülper. Die Fundamentplatte liegt gerade mal, und schon muss Lestin um 50.000 Euro nach oben korrigieren.

Karsten Moritz vom Gifhorner Hochbau weiß es genauso: „Wir brauchen mehr Vorlauf.“ Heute bestellt, sei der Handwerker keinesfalls morgen da. Immerhin: „Sie sind zwar alle voll mit Aufträgen, im Großen und Ganzen können wir aber nicht sagen, dass sie nicht reagieren.“ Es brauche halt nur etwas mehr Zeit.

Gut lachen hat da Andreas Otto, Geschäftsführer der GWG, die mit ihren Handwerker Festverträge hat - zumindest beim Tagesgeschäft. „In den Ausschreibungen haben wir das natürlich auch gemerkt“, sagt er über die Handwerker-Kapazitäten. Aber: „Seit einem viertel Jahr dreht sich das ein bisschen.“ Weil es in Wolfsburg durch die VW-Affäre Baustopps gebe, hätten wieder mehr Firmen Zeit.

Wartenzeiten und Preise steigen an

Es gibt viel zu tun, aber zu wenige, die anpacken: Das Handwerk auch im Kreis Gifhorn kann den seit Jahren anhaltenden Boom nicht wirklich genießen. Es fehlen Fachkräfte, um alle Aufträge abzuarbeiten. Kunden müssen sich laut Kreishandwerksmeister Manfred Lippick auf lange Wartezeiten und steigende Preise gefasst machen.

In Lippicks Malerbetrieb gilt zurzeit: „Generell hat man zwei Monate Vorlaufzeit.“ Es sei denn, es wäre dringend – etwa bei Wasserschäden. Andere Betriebe würden bereits einige Aufträge ins neue Jahr verlegen. Oder man behelfe sich mit Zeitarbeitsfirmen.

Das ändert nichts am grundsätzlichen Problem: Es fehlt der Nachwuchs. Was Lippick nicht wirklich verstehen mag: „Generell sind Handwerker selten arbeitslos.“ Und nach Tarif bezahlt – weit über Mindestlohn.

„Man kann keinen zwingen“, weiß Lippick. Aber das Handwerk arbeite an seinem Image, um sich für junge Leute attraktiv zu machen. Die Preise steigen laut Lippick übrigens nicht nur wegen Angebot und Nachfrage. „Wir haben auch Lohnsteigerungen. Und unsere Tarife sind per se nicht so schlecht.“

Die Arbeit ausgebildeter Handwerker sei ihr Geld wert. „Das müssen die Leute auch verstehen.“

von Dirk Reitmeister

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