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Gifhorn Stadt „Es gab auch Anstand und Menschlichkeit“
Gifhorn Gifhorn Stadt „Es gab auch Anstand und Menschlichkeit“
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12:31 11.03.2018
Altersriege des MTV Gifhorn beim Kostümfest 1936 als Olympia-Mannschaft der USA: Dr. Fritz Brüggemann (stehend v.l.), Gustav Schwanneke, Margarete Bühring, sitzend rechts Otto Schwanneke. Quelle: privat
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Gifhorn

Sein Brief an die AZ:

„Er (Dr. Fritz Brüggemann, Anmerkung der Redaktion) lebte seit 1932 in Gifhorn. Aus einer religiösen Familie stammend, war er nie aus der Kirche ausgetreten, aber aus national-konservativer Einstellung seit 1931 Mitglied der NSDAP, also ein ,alter Nazi’. Das war aber keineswegs ein Hinderungsgrund für ein sehr gutes nachbarliches Verhältnis mit seinem Turnbruder Gustav (Gustav Schwannecke, Anm.d.Red.), der wegen seiner Abstammung seit 1933 zunehmend von der Staatsmacht zum Bürger zweiter Klasse abgestempelt wurde.

Als 1935 die Nürnberger Gesetze drohten, in denen unter anderem Eheschließungen mit Nichtariern ,zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre’ unter Strafe gestellt wurden, riet mein Vater seinem Nachbarn: ,Gustav, du solltest schnell deine Grete heiraten, bevor es durch das Gesetz verboten wird.’ Leider hat er nicht darauf gehört. Sie zogen zusammen und holten es 1945 nach.

Nach der Reichstagswahl im März 1933 (Ermächtigungsgesetz) wurde an das Haus eines angesehenen, beliebten Gifhorner Arztes mit Farbe ,Volksverräter’ geschmiert. Auf seine Beschwerde über diesen offenkundigen Bruch des Wahlgeheimnisses wurde die SA gezwungen, diese Verunglimpfung wieder zu entfernen.

Als mein Vater in amerikanischer Kriegsgefangenschaft im Verhör gefragt wurde, wie viele Juden die Nazis in Gifhorn ermordet hätten, konnte er mit gutem Gewissen antworten, dass alle Juden, die er in Gifhorn kennt, noch leben. Aus meinem Kinderzimmer in der Torstraße sah ich oft im Fenster gegenüber den Kopf einer kleinen alten Frau. Das war Frau Frieda Samuel, die meines Wissens zum Glück aber nicht ,abgeholt’ wurde und eines natürlichen Todes gestorben ist.

Gifhorn war mit seinen 5000 Einwohnern eine beschauliche kleine Stadt, in der man sich seit Jahren und Generationen aus den Vereinen, der Kirchengemeinde und dem täglichen Handel und Wandel gut kannte. Es darf und kann nicht bestritten werden, welche Untaten und rassistischen Ausgrenzungen in Deutschland und auch in Gifhorn begangen wurden. Aber es gab auch Anstand und Menschlichkeit.“

Von unserer Redaktion

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