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Gifhorn Stadt Erheblicher Pflegenotstand droht
Gifhorn Gifhorn Stadt Erheblicher Pflegenotstand droht
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00:17 22.11.2017
Hauptversammlung beim DRK-Kreisverband: Präsidiumsvorsitzender Matthias Nerlich präsentierte erfreuliche Entwicklungen bei der Mitgliederzahl, sprach aber auch drängende Probleme an. Quelle: Dirk Reitmeister
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Gifhorn

Pflegenotstand war ein Thema in der Hauptversammlung des DRK-Kreisverbandes Gifhorn. Präsidiumsvorsitzender Matthias Nerlich warnte vor erheblichen Problemen durch Fachkräftemangel und forderte eine bessere Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen für Beschäftigte. Das gelte auch für den Erziehungsbereich.

Nerlich erinnerte in seiner Rede an die publikumswirksame Protestaktion auch der Gifhorner unter dem Titel „Pflege liegt am Boden“. „An solchen Stellen muss man für Aufmerksamkeit sorgen, weil wir einen Mangel bekommen.“ Der Job sei unattraktiv, „weil die Bezahlung nicht stimmt“. Und die Leute müssten für ihre Ausbildung noch Geld mitbringen. „Wir selbst können die Probleme nicht regeln“, verweist Nerlich darauf, dass das DRK nicht für die Höhe der Bezahlung verantwortlich sei. Das sei auf Bundes- und Landesebene zu regeln.

Nerlich hatte den zahlreichen Zuhörern allerdings auch positive Neuigkeiten zu berichten, nämlich in der Mitgliederentwicklung. 7974 gehörten noch 2015 dazu, im vorigen Jahr stieg die Zahl auf 10.436. „Der Erfolg ist ganz beachtlich“, sagte Nerlich. Und liege an einer 2016 gestarteten Mitglieder-Werbe-Kampagne. Bei den aktiven Mitgliedern – es sind 886 – gehöre Gifhorn zu den stärksten Kreisverbänden im Land Niedersachsen.

Für ihr Engagement geehrt wurden Axel Kowalewski, ehemaliger Ausbildungsbeauftragter und Präsidiumsmitglied im Kreisverband, Elke Wulff, ehemalige Vorsitzende Ortsverein Bromer Land, und Horst Berger, ehemaliger Vorsitzender in Leiferde.

DRK will Todkranken letzten Wunsch erfüllen

Gifhorns DRK-Kreisverband startet ein neues soziales Projekt. Er will mit Hilfe von Ehrenamtlichen Todkranken einen letzten Wunsch erfüllen. Das soll im Dezember oder Januar anlaufen, kündigte Präsidiumsvorsitzender Matthias Nerlich an.

Ein Ausflug ans Meer, ein Besuch im Lieblingsrestaurant oder im Theater seien für unheilbar Kranke oft problematisch und aus eigener Kraft nicht mehr möglich, sagte Nerlich. Das Projekt „Wunschmomente“ soll ihnen diese Herzenswünsche erfüllen. Ehrenamtliche sollen die Todkranken zu einem Ort ihrer Wahl bringen, „um solche Augenblicke zu erleben, die das Leben zwar nicht verlängern, aber ein Stück weit bereichern können“.

In Zusammenarbeit mit dem Palliativnetz, der Hospizarbeit und der Hospizstiftung werde das Projekt geeigneten Kandidaten vorgestellt und angeboten, erläuterte Nerlich die Zusammenarbeit mit anderen Institutionen. „Die Fahrt ist für den Gast kostenlos.“

Von Dirk Reitmeister

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